Archiv für November 2011

Rückblick und Ausblick der Break-Isolation-Kampagne am 16.12.2011, 19.00 Uhr

banner der break-isolation-kampagne
Vortrag mit Diskussion – die Referenten sind Miloud L Cherif und Clemens Wigger.
Das Break Isolation!-Netzwerk, welches sich in Folge des Karawane-Festivals 2010 als Unterstützungsstruktur des Flüchtlingsnetzwerks The VOICE Refugee Forum in Jena gegründet hat, kann mittlerweile auf mehr als ein Jahr intensive Arbeit in ganz Thüringen zurückblicken. Es wurde die Situation in den isolierenden Flüchtlingslagern dokumentiert, Flüchtlinge in ihren verstärkten Bestrebungen der überregionalen Vernetzung und Austausch unterstützt, dezentrale und zentrale Aktionen organisiert, eine Vielzahl an Berichten in Mainstreammedien sowie unabhängige Text- und Filmproduktionen koordiniert und dauerhafte, dezentrale Solidaritätstrukturen aufgebaut. Die Schließung des Isolationslagers Gangloffsömmern im Sommer 2011, die politische Bekämpfung von Strafverfolgung und Inhaftierung eines Flüchtlings aktivisten für die Überschreitung von innerthüringer Landkreisgrenzen oder mehrere Demos mit hunderten Teilnerhmer_innen sollen zunächst als deutliche Erfolge nachvollzogen werden. Ebenso werden aber weiterhin bestehende Schwierigkeiten in Bezug auf das Verhältnis zwischen Eigenständigkeit der Flüchtlingsbewegung und Verantwortung der Solidaritätstrukturen thematisiert und (selbst-) kritisch diskutiert. In der Veranstaltungen werden konkrete und kontroverse Fragen gestellt und vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen von Flüchtlingen und anti-rassistischen Aktivist_innen Antworten gesucht. Ferner werden Überlegungen über das ‚Wie weiter‘, besonders mit dem Bezug zu Erweiterungsmöglichkeiten auf Erfurt und Umgebung, angestrebt. Eine Unterstützung für Flüchtlinge gibt es in verschiedensten Formen – Unterstützung der politischen Emanzipation ist allerdings ein komplexer Anspruch. Diesem werden wir uns stellen.

Hörspielabend mit Candide am 13.12.

illustration aus dem buchWenige Jahre nachdem der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz seine grundsätzliche Überlegung publiziert hatte, dass diese Welt, trotz all ihrer Übel, die beste aller möglichen Welten sei, wurde Lissabon von einem verheerenden Erdbeben zerstört, bei dem es zu 100.000 Toten kam. Dieses Ereignis verarbeitete der französische Aufklärer Voltaire in einer seiner bekanntesten Erzählungen »Candide oder der Optimismus«. Der optimistische Protagonist Candide wird in dieser Geschichte mit den grausamsten Übeln der Welt konfrontiert – und kann trotzdem nicht aufhören zu hoffen. Es handelt sich bei dieser Erzählung um einen satirischen Schlag gegen Leibniz und den Optimismus – in ihrer beißenden Ironie ist es eine Anklage gegen vermeidbares Leid und eine Polemik gegen die unkritische Genügsamkeit der Philosophen.

Wir laden zu einem gemütlichen Hörspiel-Abend ins Veto: Nach einer kurzen Einleitung zu Voltaire und dem Verhältnis von Optimismus, Pessimismus und negativem Denken wollen wir eine Hörspielbearbeitung von »Candide oder der Optimismus« hören und anschließend darüber diskutieren.

Beginn: 19:00 Uhr
Veranstaltet vom Bildungskollektiv BiKo,
Kooperationspartner_in: RLS Thüringen

Teilnahmebeitrag: 0€

Am 25. November, 19 Uhr, Filmchen schauen & Diskussion: Johannes Agnoli: Das negative Potenzial

Johannes Agnoli, Politikwissenschaftler und Vordenker der 68er Studentenbewegung, spricht in einem September 2001 aufgezeichneten Interview über seinen Begriff von Subversion, Neoliberalismus, die Kunst des politischen Scheiterns, Staatskritik und Problemen der heutigen emanzipatorischen Bewegungen. Hört sich nach einem gesellschaftskritischen Rundumschlag an und ist es auch.

Törtchencafe am Sonntag

…lust auf kaffee*tee mit süßkram?!

am sonntag, den 27.11., um 14 uhr
ist es wieder soweit – es gibt
vegane törtchen
und allerlei andere leckereien im veto.

erschreckender*überraschenderweise ist an diesem sonntag schon der der 1. advent – und wir nutzen dies als anlass, uns ein wenig kritisch mit konsum*nachhaltigkeit*dem zuviel(?) auseinanderzusetzen und würden dafür gern einen film schauen und danach ins gespräch kommen.

wir freuen uns auf euch, eure ideen, anregungen, meinungen, standpunkte und den austausch darüber, um auch reibungspunkte zu schaffen!

mit zuckersüßen streuselgrüßen

die törtchencrew

Mobiveranstaltung gegen den Castor!


17.11.2011, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr. Weitere Infos zum Castor-Transport 2011: http://graustufen.blogsport.de/.

Am 22. November, 20.30 Uhr,
Vortrag: §129 – Funktionsweise und Entstehungsgeschichte

Als im Februar 2010 Zehntausende in Dresden gegen Nazis auf die Straßen gingen und den faschistischen Aufmarsch durch Blockaden aufhielten, war dies ein großer Erfolg der antifaschistischen Bewegung. Anstatt dieses mutige Engagement gegen Nazis zu würdigen, griff die sächsische CDU-FDP Landesregierung unter Anfeuerungsrufen der NPD-Fraktion das breite antifaschistische Bündnis auf verschiedenen Ebenen an: Der Antifa-Protest wurde seitens der Landesregierung und ihrer beiden Regierungsparteien öffentlich diffamiert, eingesetzte Polizei drang unter Gewaltanwendung illegal in Wohn- und Arbeitsräume ein, das Landeskriminalamt Sachsen führte im Auftrag der Landesregierung rechtswidrig eine flächendeckende Mobilfunkzellen-abfrage in Dresden durch, von der laut Landesdatenschutzbeauftragtem ca. 257.000 Personen direkt betroffen waren, schließlich initiierte die Staatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren nach § 129 StGB.

Sind Bündnisse gegen Nazis jetzt „kriminelle Vereinigungen“? Was steckt konkret hinter diesem offensichtlich politisch instrumentalisierten Strafrechtsparagraphen? In unserem Vortrag wollen wir das politische Gesinnungsstrafrecht in Deutschland einmal genauer unter die Lupe nehmen. Ziel ist es, die Funktionsweise und die Entstehungsgeschichte der §§129, 129a und 129b StGB und ihrer diversen Vorgänger eingehender zu beleuchten. Im Laufe des Vortrags werden wir dabei auf stets wiederkehrende Muster eines bürgerlichen Gesinnungsstrafrechts stoßen, das vor allem gegen linke, progressive Strömungen einer jeden Epoche gerichtet war/ist. Nicht konkrete Straftaten werden damit verfolgt, sondern oppositionelles Denken und progressive Weltanschauung als solche. Im Ergebnis geht es darum, politisch unliebsame Parteien, Gruppierungen und Bewegungen auszuforschen, zu kriminalisieren und gesellschaftlich zu isolieren. Auf unserer historischen Zeitreise durch knapp 220 Jahre politisches Strafrecht werden uns u.a. republikanische Demokraten, revolutionäre Sozialdemokraten und Kommunisten, linke Zeitungsredakteure und Buchhändler, Kriegsgegner und Frauenrechtlerinnen, Hausbesetzer und Stadtguerilla-Gruppen, Atomkraftgegner und Antifaschisten, linke Exil-Organisationen und Internationalisten begegnen. Sie alle wurden und werden unter dem Schlachtruf „Der Feind steht links!“ verfolgt.
Eine Veranstaltung der Roten Hilfe Ortsgruppe Erfurt

Antifa Meeting „Kontaktaufnahme“

„Wir denken, dass es mal wieder Zeit ist, Kontakt zu Leuten zu suchen, denen antifaschistisches und gesellschaftkritisches Handeln genauso wichtig ist wie uns. Deshalb laden wir am 19.11.2011 zu einem offenen Treffen im Infoladen ´Veto`ein. Euch erwarten zwei Vorträge (Abriss antifaschistischer Aktivitäten der letzten 5 Jahre – was ist Antifa und was nicht?), Diskussionen und die Möglichkeit, untereinander und mit uns Kontakt aufzunehmen.“ (Antifas aus Erfurt)

interessierte Leute kommen am 19.11.11, um 19 Uhr ins Veto

Antifa-Meeting