Archiv für Juli 2017

Donnerstag im veto: Gefahrengebiete – Alltägliche Schikane, Racial Profiling und Machtdemonstration

Am Donnerstag findet, organisiert von der Roten Hilfe Erfurt, ab 19 Uhr eine Veranstaltung zum Gefahrengebiet statt. Direkt im Anschluss gibts dann Kickern, Punkrock, Anarchie zur Donnerstagsbar. Kommt rum!

Wer kennt es mittlerweile nicht: Die Polizei stoppt eine_n auf dem abendlichen Heimweg und fordert das Vorzeigen des Personalausweises – Begründung: Gefahrengebiet. Darauf folgt dann nicht selten auch eine Durchsuchung von Hosentaschen und Rucksäcken. Das Gefühl danach ist meist ein mulmiges: Irgendwie glaube ich nicht, dass die das dürfen. Aber selbst wenn: Was soll ich dagegen machen? Wir wollen einen Blick auf die rechtliche Grundlage für derlei willkürliche Kontrollen werfen, die politische Relevanz dieses weiteren Stücks Polizeistaats ergründen und uns der Frage nähern: Was lässt sich der Kontrollwut entgegensetzen?

Alles für Alle und zwar umsonst! – Der Umsonstladen im veto

Die Idee des Umsonstladens ist einfach: Viele Leute haben Dinge, die sie nicht mehr gebrauchen können oder wollen. Andere wiederum suchen vielleicht genau diese Dinge. Ihr könnt also Kleidung, Bücher sowie kleinere Gegenstände aller Art abgeben oder mitnehmen. Bei größeren Stücken (Möbel etc.) kann bei uns ein Aushang gemacht werden. Bringt bitte nur solche Klamotten und Gegenstände vorbei, die noch von Anderen verwendet werden können.
Den Umsonstladen können alle Menschen nutzen, unabhängig von sozialen Status oder „Bedürftigkeit“. Das ganze funktioniert ohne Geld! Das kapitalistische Mantra von Leistung und Gegenleistung gilt hier nicht: Wenn Ihr etwas vorbeibringt, seid Ihr nicht verpflichtet, etwas mitzunehmen und auch wenn Ihr etwas mitnehmt, seid Ihr überhaupt nicht verplichtet, etwas abzugeben. (mehr…)

Donnerstag: „Das Gerücht über die Juden“. (Psycho-)Analyse von Antisemitismus und Verschwörungstheorie

Ab 18.30 Uhr findet am Donnerstag ein Vortrag mit Christine Kirchhoff zum Thema Antisemitismus und Verschwörungstheorien im veto statt. Direkt im Anschluss gibts dann „Kickern, Punkrock, Anarchie“ zum Donnerstagstresen. Kommt rum!

Das Reizvolle am Gerücht ist gerade, dass es sich um eine unverbürgte Nachricht handelt, die sich der Überprüfung entzieht. Gerüchte scheinen sich um so hartnäckiger zu halten, desto sensationeller und unwahrscheinlicher sie sind. Gerade ihre Unglaubwürdigkeit macht ihre Faszination wie Haltbarkeit aus, ein Umstand, den es auch in Bezug auf „fake news“ und das angebliche Zeitalter der“post-truth“ zu berücksichtigen gilt.

Was bedeutet es vor diesem Hintergrund, wenn Theodor W. Adorno den Antisemitismus als „Gerücht über die Juden“ bezeichnet? Um diese Frage soll es im Vortrag gehen, indem mit Hilfe von Psychoanalyse und kritischer Theorie die individuelle und die gesellschaftliche Seite eines mörderischen Gerüchts in den Blick genommen wird.