veto * in der Magdeburger Allee 180 http://veto.blogsport.de erfurt. veto. Sun, 31 Jan 2021 16:43:31 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Statement zu Transfeindlichkeit im veto http://veto.blogsport.de/2021/01/27/statement-zu-transfeindlichkeit-im-veto/ http://veto.blogsport.de/2021/01/27/statement-zu-transfeindlichkeit-im-veto/#comments Wed, 27 Jan 2021 18:47:59 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2021/01/27/statement-zu-transfeindlichkeit-im-veto/ In den letzten Jahren ist eine Debatte um Transfeindlichkeit im veto entbrannt (ähnlich zu verschiedensten feministischen Differenzen/ Debatten der letzten Jahre), nachdem eine Genossin das veto verließ, weil sie den Eindruck hatte, in ihrer Identität angegriffen, nicht ernst genommen und verletzt zu werden. Hier fassen wir die Auseinandersetzung kurz zusammen.

Das veto soll u.a. ein Raum sein, welcher sich gegen jegliche Form von Diskriminierung stellt und dies auch im Umgang und Handeln zeigt. Dies beinhaltet auch die Diskriminierung auf Grund des (zugeschriebenen) sozialen und biologischen Geschlechts. Uns ist es wichtig, im veto Strukturen zu schaffen, die Sexismus als Problem anerkennen und bekämpfen und somit insbesondere FLTI unterstützen und bestärken. Leider ist uns dies innerhalb der letzten Jahre nicht so gut gelungen.
Wir führen dies auf unsere fehlende Auseinandersetzung und Sensibilisierung mit diesen Lebensrealitäten und ein Überhören von Stimmen in Plenumsstrukturen zurück.

Kristallisationspunkt des Konflikts
Gleichzeitig fand im März 2019 im Rahmen einer von Dissens organisierten Veranstaltungsreihe der Vortrag Queerfeminismus und Islam – Eine feministische Kritik von Naida Pintul statt. Hier wurde im Vorfeld Kritik auf Grund von transfeindlichen Positionen der Referentin geäußert, der wir jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht so viel Bedeutung zugemessen haben, wie es angebracht gewesen wäre.
Der Vortrag fand zwar nicht in den Räumen des vetos statt, wurde aber vom veto aus beworben und grundlegend als Kooperation verstanden, da andere Veranstaltungen innerhalb der Veranstaltungsreihe hier stattgefunden haben.
U. a. die fehlende Auseinandersetzung und Sensibilität des vetos für transfeindliche Inhalte der Referentin führte dazu, dass Menschen das veto (nicht mehr) als für sie sicheren und solidarischen Ort wahrnahmen, ihm seitdem fernbleiben und Kritik geübt haben. Das bedauern wir. Der Kritik an der fehlenden Auseinandersetzung haben sich auch weiterhin im veto aktive Personen angeschlossen.

Auch wenn es traurig ist, dass es manchmal solche konkreten, mit Verletzungen verbundenen Anlässe braucht, führte dies dazu, uns mit den eigenen inhaltlichen Positionen und deren Umgang auseinanderzusetzen.

Inhaltliche Auseinandersetzung im Nachgang
Um dies auch nach außen transparent zu machen, wollen wir hier erste Ergebnisse unserer Auseinandersetzung zum Thema Transfeindlichkeit mit euch teilen.
Wir erhoffen uns damit, einen Anstoß für andere zu geben und zu einer breiteren Sensibilisierung beizutragen.

Das erste was wir festhalten wollen, ist, dass wir Menschen nicht ausgehend ihres (zugeschriebenen) biologischen Geschlechts kategorisieren wollen. Das Verständnis einer binären Geschlechterordnung, in der sich jede Person wiederzufinden hat, lehnen wir ab. Keine Person sollte sich auf eine geschlechtlich definierte Identität festlegen müssen. Gleichzeitig maßen wir es uns nicht an, Menschen z. B. erst nach einer operativen oder hormonellen Geschlechtsangleichung als ‚vollwertig‘ zu betrachten. Jede:r soll selbst bestimmt entscheiden können, ob und in welcher Form auf äußerliche und innerliche (z.B. Hormone) Körpermerkmale Einfluss genommen wird. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass trans Menschen hier durch Gesetze und Verordnungen in ihrem Selbstbestimmungsrecht stark eingeschränkt werden. Zudem werden sie pathologisiert, zu einer permanenten (nicht akzeptablen und übergriffigen) Beweispflicht hinsichtlich ihres Geschlechtes gezwungen,was mit kostenintensiven Gutachten verbunden ist. Dabei stehen ihnen z. T. völlig inkompetente Personen gegenüber, die sie (bei einer möglichen Transition) nicht unterstützen, sondern behindern. Auf individueller Ebene sind trans Personen häufig verbalen und körperlichen Über- und Angriffen ausgesetzt. Es ist bekannt, dass weltweit zwischen Oktober 2019 und September 2020 mind. 350 trans idente Menschen ermordet wurden – davon waren 98% trans Frauen oder trans weibliche Personen. [1]

Für transinklusive feministische Räume
Daraus ergibt sich für uns der nächste Standpunkt. Wir sind gegen die Ausgrenzung von trans Frauen aus Frauen-Schutzräumen oder anderen Räumen, in denen ausschließlich Frauen Zutritt haben (z. B. einige Frauenhäuser, Frauensport…etc.). Positionen dahingehend lehnen wir ab und dulden dies auch nicht als direkt oder indirekt geäußerte Inhalte von z.B. Veranstaltungen.
Da jeder Mensch auch unabhängig vom Geschlecht (wobei hier die Rolle des Geschlechts auf Sozialisation im Allgemeinen nicht abgesprochen werden soll) verschiedenste Erfahrungen und Sozialisation erfährt und sich daraus auch verschiedene Bedürfnisse auf Grund von z. B. Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen ergeben, wollen wir Trans auch hier nicht auf Grund ihres biologischen Geschlechts stigmatisieren.
Das von einigen Feminist*innen (wie u.a. von TERFs – Trans ausschließende Feminist*innen aus dem englischen „Trans-Exclusionary Radical Feminists“) hervorgebrachte ‚Sozialisierungs-Argument‘ zur Ausschließungen von z. B. trans Frauen, was ihnen eine vermeintlich männliche Sozialisierung vorwirft, finden wir inhaltlich falsch, da ihnen dieses wiederum ihre Identität abspricht und zu ihrer Diskriminierung beiträgt.

Gegen die feministische Position, trans Frauen seien eine Gefahr für den Feminismus
Und wenn u. a. einige Feminist*innen argumentieren, dass z. B. Cis-Frauen vor trans Frauen geschützt werden müssten, da ansonsten die Gefahr der Vergewaltigung bestünde und/oder Frauen re-traumatisiert werden oder Menschen deswegen absichtlich ihre Identität ändern würden, dann wird hier polemisch eine Angst geschürt, die ebenso diskriminierend ist. Dies sind Erfahrungen, welche ein Großteil der Cis-Menschen in der politischen Linken nicht nachvollziehen kann. Es gibt dazu sehr wenige Schutzräume, welche explizit für Trans geschaffen werden. Auch gibt es z. B. zu wenig Frauenhäuser für trans Frauen, Trans-Sportclubs…etc.
Wir distanzieren uns daher von transfeindlichen Texten und Positionen wie sie bspw. im Artikel „Die Reform würde eine biologische Fiktion von Frauen mit Penis erschaffen“ vom 24.1.2019 in der Jungle World von Naida Pintul und Janina Marte vertreten werden. [2] Wir haben uns in der Folge mit Transfeindlichkeit auseinandergesetzt und die Texte, die wir hierbei gelesen haben, unten aufgeführt.

Was bedeutet das konkret fürs veto
Aus diesen Gründen wollen wir als veto ein Raum zum Empowern und Bekräftigen sein. Wir lehnen jede Form von Transfeindlichkeit ab und möchten auch dahingehend ansprechbar und handlungsfähig sein. Dennoch sind wir uns bewusst, dass Positionen von trans im veto kaum mehr repräsentiert werden – auch auf Grund der geschilderten Geschehnisse in der Vergangenheit. Wir haben den Wunsch und das Ziel, dass sich dies wieder ändert. Und dass auch trans und Inter das veto mitgestalten und prägen, wenn sie darauf Lust haben.

Unsere Angebote und Aufrufe zu Selbstorganisation beziehen sich von daher immer auf FIT*, also Frauen, Inter- und trans Personen. Momentan sind das FIT*-Sport und veto-feminists (aktuell finden wegen COVID-19 natürlich keine Angebote statt).
Wir wissen, das dies ein andauernder Prozess ist und noch mehr Auseinandersetzung benötigt, welchem wir uns in Zukunft als Raum stellen werden.

Für Kritik, Anregungen und Ideen sind wir weiterhin sehr offen.

Quellen
[1] https://www.tgns.ch/de/2020/11/gewalt-gegen-trans-menschen/

[2] https://jungle.world/artikel/2019/04/die-reform-wuerde-eine-biologische-fiktion-von-frauen-mit-penis-erschaffen

Zur Auseinandersetzung zu Transfeindlichkeit haben wir folgende Texte zur Grundlage genommen:
1) Daria Kinga Majewski zu Gemeinsamkeit und Differenz von trans und cis Weiblichkeit

2) Debattennachzeichnung „Transphobie & Feminismus“
Linus Giese (05.04.2019): „Besorgte Feministinnen“ erschienen im Tagesspiegel, Link: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/transfeindlichkeit-unter-frauen-besorgte-feministinnen/24182500.html

Till Randolf Amelung (07.12.2017): Im Auge des Shitstorms, erschienen in der jungle.world, Link: https://jungle.world/artikel/2017/49/im-auge-des-shitstorms

3) Naida Pintul und Janine Marte (24.1.2019): Die Reform würde eine biologische Fiktion
von Frauen mit Penis erschaffen, erschienen in jungle.world / Link: https://jungle.world/artikel/2019/04/die-reform-wuerde-eine-biologische-fiktion-von-frauen-mit-penis-erschaffen

4) AStA Uni Hamburg – Referat für Antidiskriminierung (12.12.2019): Statement zu Naida Pintul und der Veranstaltung „Queerfeminismus und Islam – eine feministische Kritik“, Link: https://www.asta.uni-hamburg.de/1-aktuelle-themen/01-asta-news/2019-12-05-antidis-stellung.html

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Gemeint sind wir alle! Solidarität mit den betroffenen Genoss*innen sexualisierter Gewalt! http://veto.blogsport.de/2020/10/14/gemeint-sind-wir-alle-solidaritaet-mit-den-betroffenen-genossinnen-sexualisierter-gewalt/ http://veto.blogsport.de/2020/10/14/gemeint-sind-wir-alle-solidaritaet-mit-den-betroffenen-genossinnen-sexualisierter-gewalt/#comments Wed, 14 Oct 2020 18:30:06 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/10/14/gemeint-sind-wir-alle-solidaritaet-mit-den-betroffenen-genossinnen-sexualisierter-gewalt/ In der jüngeren Vergangenheit gab es mehrere Veröffentlichungen, die Schilderungen von sexualisierten Übergriffen beinhalteten. Auch in Erfurt müssen wir uns immer wieder mit der Problematik auseinandersetzen (u.a. „Kamera-Spanner“ aber auch weitere Fälle patriarchaler Gewalt). In den Fällen in Jena, Saalfeld und Gotha gibt es ja direkte Szenebezüge. Als Frauen*, die selbst in der linken bzw. linksradikalen Szene in Thüringen aktiv sind, haben wir dies mit Wut und Trauer aufgenommen. Einige von uns spürten daneben auch Enttäuschung, weil sie die Täter kennen und zum Teil mit ihnen vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Wir sind wütend über die geschilderten Übergriffe, wir wollen allen Betroffenen sagen: Wir verurteilen diese Scheiße! Wir werden solche massiven Grenzverletzungen an uns und unseren Genoss*innen nicht schweigend hinnehmen! Wir sind froh und stolz darauf, dass ihr den Mut gefunden habt, euch zu äußern und uns mitzuteilen, wie es euch geht. Wir wollen euch nicht allein lassen, ihr sollt wissen, dass dies unsere gemeinsame Angelegenheit ist und wir werden uns wehren! Lasst uns dies zum Anlass nehmen, uns kennenzulernen, zu vernetzen, gegenseitig aufzuklären über Formen sexualisierter Gewalt in unserer Szene und zu überlegen, wie wir dagegen aktiv vorgehen können sowie dies präventiv zu verhindern suchen!

Eine bewährte Struktur, um Betroffene in ihren individuellen Belangen sicht- und hörbar zu machen, aber auch Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und Ansprechbarkeit (bspw. für die Szene) zu gewährleisten, ist die Unterstützungsgruppe = Ugruppe. Scheinbar stehen hinter den Veröffentlichung keine solchen Strukturen und Betroffene sowie wenige Unterstützer*innen müssen viel aushalten. Diese Ugruppen sollten aus unseren Strukturen heraus entstehen bzw. wesentlich von diesen getragen werden. Gerade im ländlich geprägten Thüringen, in dem die einzelnen Städte über nicht allzu viele Szene verfügen und die Überwindung von Distanzen einige Zeit in Anspruch nimmt, kann es zu erheblichen Schwierigkeiten kommen. Lasst uns darüber sprechen und nach Lösungen suchen!

Die besagten Veröffentlichungen sind mehrheitlich im sozialen Netzwerk “Instagram” erschienen. Viele Diskussionen finden auch in anderen Online-Diensten statt. Uns bestürzt, dass dies für Betroffene und Unterstützer*innen die geeignete Lösung geworden ist, sich zu äußern. Dass es keine Strukturen, Ansprechpartner*innen oder Kanäle innerhalb der linken Szene gab oder wahrgenommen wurden, die als Anlaufstelle für Betroffene funktioniert hat. Für uns bedeutet dies, vermehrt auf unsere Kommunikationsstrukturen zu achten und den Zugang zu Voraussetzungen der Nutzung dieser zu ermöglichen.

Wie können wir also junge und / oder neue Frauen* und Genoss*innen in unseren Strukturen erreichen? Wie können wir in einen Austausch treten, der auch die Problematisierung solcher Grenzverletzungen zulässt? Dazu ist viel Vertrauen nötig, dazu bedarf es ein Kennenlernen. Das Sprechen über sexualisierte Gewalt braucht unter Berücksichtigung der Wünsche der Betroffenen auch das Wissen über die Täter. Wir wollen Betroffene unterstützen können. Wir wollen aber auch uns und andere schützen können. Dafür finden wir es nötig, feministische Präventions- und Bildungsarbeit zu leisten, Räume für FIT*-Selbstorganisation zu schaffen, gemeinsam mit männlichen Genossen über sexualisierte Gewalt zu diskutieren und Ansprechstrukturen für Betroffene in unseren Räumen zu schaffen.

Kurzer Nachtrag: Die Täter aus Saalfeld und Hannes aus Jena haben Hausverbot im veto.

Kontaktmöglichkeiten:
veto@riseup.net oder
vetofeminists@lists.riseup.net
Oder sprecht einfach Menschen an, die ihr kennt und denen ihr vertraut.

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HOOD NOT KIEZ http://veto.blogsport.de/2020/10/09/hood-not-kiez-6/ http://veto.blogsport.de/2020/10/09/hood-not-kiez-6/#comments Fri, 09 Oct 2020 21:29:58 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/10/09/hood-not-kiez-6/ Wir sind dieses Jahr wieder dabei mit Programm. Es geht morgen schon los und wir sind zu müde von der Vorbereitung, um den schicken Flyer noch hochzuladen. Deshalb hier in aller Kürze:

Es gibt einige spannende politische Veranstaltungen, hier ein Auszug aus dem Programm:

Träumchen (Salinenstraße 34), 14 bis 16 Uhr: Lesung und Diskussion (Decolonize Erfurt & Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) – Gert Schramm: ein Held des Erfurter Norderns

veto, 14:30 – 16:30 Uhr: Filmvorführung „Free Angela Davis and All Political Prisoners“ (nur auf Englisch)

Tivoli, Magdeburger Allee 4, 15:00 – 17:00 Uhr: Stadtteilführung – auf den Spuren des alten Arbeiterquartiers im Erfurter Norden – Die Geschichte des Kommunisten Paul Schäfer

Träumchen, 17 – 18:30 Uhr: Filmvorführung und Diskussion (Seebrücke Erfurt): Grenzen überwinden

AJZ, 17:30 – 19:00 Uhr: Film „Rote Zora“

Träumchen, 19:30 – 21:00 Uhr: Workshop und Diskussion (Netzwerk Soli-Asyl Thüringen): Möglichkeiten zur praktischen Unterstützung gegen Abschiebung

Das Programm im veto:

14:30 Uhr: “Free Angela Davis and all Political Prisoners”

17:00 – 19:00: Autonomes Kneipenquiz

19:00: HIPHOP “True Lu & Vaug” und “HäckMäck”

Wir freuen uns auf Euch!

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FLINT* Only Demo gegen patriarchale Gewalt, Jena 27.09.2020 http://veto.blogsport.de/2020/09/22/flint-only-demo-gegen-patriarchale-gewalt-jena-27-09-2020/ http://veto.blogsport.de/2020/09/22/flint-only-demo-gegen-patriarchale-gewalt-jena-27-09-2020/#comments Tue, 22 Sep 2020 10:07:22 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/09/22/flint-only-demo-gegen-patriarchale-gewalt-jena-27-09-2020/ Patriarchale Gewalt durchzieht unsere Leben. Auch die ‚linke Szene‘. So sind in der Vergangenheit mehrere Fälle sexualisierter Gewalt in linken Strukturen in ganz Thüringen veröffentlicht worden. Diese zeugen davon, dass die Täter häufig durch Freund*innenschaften oder ‚Stellungen in der Szene‘ gedeckt und ihre Taten toleriert wurden. Das Patriarchat zu zerschlagen, heißt also auch den Blick auf unsere eigenen Strukturen zu lenken. Die Betroffenen in den Fokus zu nehmen und sie zu unterstützen. Macker und Täter konsequent aus unseren Strukturen auszuschließen. Auch, wenn wir als veto um unsere eigenen Leerstellen in diesem Prozess wissen.

Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen und organisieren uns als FLINT*.

Lasst uns unsere Wut am Sonntag, den 27. September, 15 Uhr in Jena auf die Straße tragen. Auf dem Holzmarkt kommen wir als FLINT* zusammen, um uns zuzuhören, uns zu vernetzen und uns zu empowern.

Gemeinsame Anreise aus Erfurt: Lasst uns am Sonntag, 13:30 am Hauptbahnhof treffen und 13:52 mit dem Zug nach Jena fahren.

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19.09 Kommt vorbei zum Kultur flaniert http://veto.blogsport.de/2020/09/18/19-09-kommt-vorbei-zum-kultur-flaniert/ http://veto.blogsport.de/2020/09/18/19-09-kommt-vorbei-zum-kultur-flaniert/#comments Fri, 18 Sep 2020 12:13:59 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/09/18/19-09-kommt-vorbei-zum-kultur-flaniert/ Liebe veto Freund_innen,

lange war es ruhig im und um das veto. Dies ändert sich diesen Samstag, den 19.09 zum Kultur flaniert.
Da sind wir mit dabei und haben zusammen mit dem stattschloss ein kleines schönes Programm vorbereitet.
Kommt also im Zeitraum von 16-19:00 vorbei, es erwartet euch:

- Musik von der BAGAGE [https://bagage-plattenlabel.bandcamp.com/music] im ShowFenster
- der Umsonstladen zieht nach draußen
- Info-Materialien
- Siebdruck mit einem super stattschloss Motive
- Stattschloss Collage mit viiielen Bildern+ Infotexten
- eine Führung, für die man sich aber beim Kultur flaniert direkt Anmelden muss (begrenze Anzahl an Menschen auf Grund der Hygienekonzepte)

Auch kommen wir gerne ins Gespräch mit euch und haben offene Ohren für eure Fragen und Anregungen.

Hier ein paar Seiten zum Kultur flaniert, bei dem aber leider unser Programm (noch) nicht mit dabei ist (hier findet ihr auch Infos für Anmeldungen diverser Führungen):
https://www.facebook.com/kulturflaniert
https://kulturknall-erfurt.de/

Wir hoffen dich/euch zu sehen…denn ihr seid mit Abstand die besten :)
Grüße vom veto

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Solidarität mit der Betroffenen des sexuellen Übergriffs im Juwel (Gotha) http://veto.blogsport.de/2020/04/15/solidaritaet-mit-der-betroffenen-des-sexuellen-uebergriffs-im-juwel-gotha/ http://veto.blogsport.de/2020/04/15/solidaritaet-mit-der-betroffenen-des-sexuellen-uebergriffs-im-juwel-gotha/#comments Wed, 15 Apr 2020 17:25:56 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/04/15/solidaritaet-mit-der-betroffenen-des-sexuellen-uebergriffs-im-juwel-gotha/ Im Februar 2020 wurde öffentlich bekannt, dass es im Juwel e.V. in Gotha zu einem sexuellen Übergriff durch einen Bewohner kam. Die Betroffene schilderte im Plenum, was passiert ist, wurde dabei immer wieder durch den Täter gestört. Den Auszug des Täters gestaltete das Juwel täterverträglich. Doch sowohl Bewohner*innen des Juwels als auch aus dem Umfeld des Täters setzen nach wie vor die Betroffene und ihre Unterstützer*innen unter Druck und solidarisieren sich mit dem Täter. Ein solches Verhalten finden wir absolut inakzeptabel. Insbesondere für Räume und Gruppen, die sich einem linken Selbstverständnis verpflichtet fühlen, muss es oberstes Gebot sein, Betroffene patriarchaler Gewalt zu schützen und patriarchalen Tätern und denen, die sie verteidigen, entschieden entgegenzutreten.

Das veto solidarisiert sich mit der Betroffenen und ihren Unterstützer*innen und fordert, jegliche Angriffe auf die genannten, sei es durch Relativierungen, Verleumdungen oder sonstiges täterschützendes Verhalten, einzustellen.
Weiterhin appelieren wir an das das Juwel, sich kritisch mit der eigenen Aufarbeitung der Geschehnisse auseinanderzusetzen. Dass wir gerade keine so expliziten Forderungen erheben, liegt daran, dass wir als Gestalter*innen des vetos selbst genügend Fälle patriarchaler Gewalt aufzuarbeiten haben und damit gerade aktiv beschäftigt sind. Wir wissen um die Herausforderungen des Zusammenwirkens von Theorie und Praxis in der Gestaltung und Organisation von Räumen, die sich als emanzipatorisch verstehen. Es sollen Freiräume sein, doch scheint es so, als seien dies damit viel zu oft auch Räume, in denen sexualisierte Übergriffe, patriarchale Gewalt und andere Scheiße passieren kann, quasi Freiräume für Täter*innen. Es sind Räume, in denen sich Betroffene, wenn überhaupt, erst nach langer Zeit trauen, sich zu äußern und es dann oft lange dauert, bis sie gehört werden. Das Bekanntwerden von mehreren Vorfällen patriarchaler Gewalt und Machtausübung in linken Strukturen macht deutlich, dass es hier eine Leerstelle gibt.

Deshalb ist es uns wichtig, dass wir daraus lernen – vor allem, Betroffene zu stärken, sich zu äußern und ihnen Solidarität zu zeigen und Arschlöcher (solche, die bewusst an den Darstellungen der Betroffenen zweifeln) und Deppen (jene, die aus fehlender Sensibilität und Empathie die Unterstützung der Betroffenen unterlassen), die Täter schützen, zu konfrontieren und aus unseren Strukturen konsequent auszuschließen. Uns ist bewusst, auch aus eigenen Erfahrungen und Fehlern, dass wir oft genug hinter den klar formulierten Ansprüchen zurückbleiben. Alle, die an der Gestaltung linker Räume mitwirken, stecken in einem Prozess der Sensibilisierung für patriarchale Gewalt. Die eigenen Fehler und Leerstellen zu erkennen, ist oft schwierig und oft ist es leicht diese im Rückblick zu erkennen. Dann sollten sie eingeräumt werden und nach Möglichkeiten gesucht werden, wie linke Räume nicht hinter dem eigenen Anspruch zurückfallen.

Linke Räume denen, die es ernst meinen, die hinter uns stehen im Kampf gegen Patriarchat, Staat und Kapitalismus.

Zuletzt und auch zuvorderst wünschen wir der Betroffenen viel Kraft und Solidarität!

Das veto-Plenum

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http://veto.blogsport.de/2020/04/15/solidaritaet-mit-der-betroffenen-des-sexuellen-uebergriffs-im-juwel-gotha/feed/
Ansprechbar für Betroffene von „Bensn“ http://veto.blogsport.de/2020/03/16/ansprechbar-fuer-betroffene-von-bensn/ http://veto.blogsport.de/2020/03/16/ansprechbar-fuer-betroffene-von-bensn/#comments Mon, 16 Mar 2020 10:35:15 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/03/16/ansprechbar-fuer-betroffene-von-bensn/ Selbstverständnis der AG Betroffenensupport
Wir sind eine kleine Gruppe von FLTI*-Personen aus dem veto bzw. dessen Umfeld, die für Betroffene von „Bensn“ ansprechbar ist. Als Support für Betroffene möchten wir Begleitung und Gespräche anbieten, in denen auch die politische Ebene der Grenzverletzungen und sexualisierten Gewalt thematisiert wird, die durch den Täter ausgeübt wurde. Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt haben verschiedene Formen. Du bist unsicher, was passiert ist? Dir schießen tausend Fragen durch den Kopf? Das ist völlig verständlich! Mit der Veröffentlichung des Statements aus dem veto-Plenum erreichen uns Zuschriften von weiteren Betroffenen. Wir denken, dass es wichtig ist, dass niemand allein bleibt und die zu Tage tretenden Informationen im Ganzen gesehen werden. (Potentiell) Betroffene müssen die Chance haben, zu erfahren, was möglicher Weise hinter ihrem Rücken geschehen ist. Weil der Täter auch in vielen politischen und subkulturellen Räumen unterwegs war, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die entsprechenden Strukturen zu informieren. Diese Aufgabe übernimmt das veto. Mit dem veto-Plenum stehen wir dazu in engem Austausch. Im Falle von neuen, wichtigen Erkenntnissen wollen wir (potentielle) Betroffene, die das wünschen, darüber informieren.
Wenn Betroffene das wünschen, gibt es die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen oder auch erstmal mit uns in einem geschützen Rahmen auszutauschen. Als politisch Aktive haben wir in unterschiedlichen Kontexten die Erfahrung gemacht, dass das Alleinbleiben dazu führen kann, den gesellschaftlichen Kontext der Gewalt gegen Frauen aus dem Blick zu verlieren und sich im schlimmsten Fall in einer Spirale aus Zweifeln, Scham- und Schuldgefühlen wiederzufinden. Dabei ist ganz klar, wer die Verantwortung für die Gewalt und Grenzverletzungen trägt: Es ist allein der Täter, in diesem Fall Bensn.

In der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen gibt es unterschiedliche individuelle Bedürfnisse, die Raum beanspruchen: Das ist richtig und wichtig! Professionelle Hilfe können wir nicht leisten, jedoch vermitteln und begleiten wir gern zu den Frauen* des Frauenzentrums Brennessel. Die Brennessel ist ein unabhängiger Verein, der sich seit 30 Jahren für Gewalt betroffene Frauen in Erfurt und Thüringen einsetzt und darin parteilich an der Seite der Betroffen steht. Wesentlich ist das feministische Grundverständnis ihrer Arbeit, in die wir großes Vertrauen haben. Die Beratungsräume befinden sich gut erreichbar in der Erfurter Innenstadt, Zutritt haben nur FLTI*-Personen. Neben psychosozialer Beratung wird dort auch über mögliche rechtliche Schritte aufgeklärt und ein Kontakt zu fachspezifischen Rechtsanwält*innen vermittelt. Über die Vorfälle – wie im Statement des Veto-Plenums geschildert – haben wir die Beratenden der Brennessel in Kenntnis gesetzt.

Betroffen zu sein, heißt nicht ‚Opfer‘ zu sein und in einer passiven Haltung verharren zu müssen. FLTI*-Personen sind stark, gemeinsam können wir noch stärker sein!

In Solidarität!

Kontakt
Ihr erreicht uns unter betroffenensupport-veto@riseup.net. Wir behandeln eure Emails vertraulich.

Weiterführende Links
- Frauenzentrum Brennessel (Erfurt)
- Rechtliche Einschätzung zu heimlichen sexualisierten Aufnahmen (Fokus auf Festivals)
- Rechtliches zum ungefragten Erhalt sexualisierter Bilder
- Aufklärung über verschiedene Formen von Partnerschaftgewalt

Umgang mit „Beweismaterial“
Wenn ihr Bilder oder Screenshots von Chats mit Bensn habt, die ihr als sexuell belästigend empfindet, raten wir euch, diese an einem sicheren Ort zu speichern. So habt ihr die Kontrolle darüber, ob ihr etwa damit zur Polizei gehen wollt oder nicht. Von Weiterleitungen oder einer Veröffentlichung raten wir ab, weil ihr euch dadurch potentiell selber strafbar macht und außerdem ein Stück weit die Kontrolle darüber, was mit dem Material passiert, verliert. Wenn ihr uns dennoch darüber informieren wollt, schickt uns einfach eine kurze Beschreibung. Aber ihr müsst euch nicht „beweisen“, damit wir euch glauben!

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Kamera-Spanner in der Erfurter Linken Szene geoutet – ein Statement vom veto http://veto.blogsport.de/2020/03/14/kamera-spanner-in-der-erfurter-linken-szene-geoutet-ein-statement-vom-veto/ http://veto.blogsport.de/2020/03/14/kamera-spanner-in-der-erfurter-linken-szene-geoutet-ein-statement-vom-veto/#comments Sat, 14 Mar 2020 17:31:17 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2020/03/14/kamera-spanner-in-der-erfurter-linken-szene-geoutet-ein-statement-vom-veto/ Diese Woche wurde im veto-Plenum ein Kamera-Spanner aus der linken Szene in Erfurt geoutet. Er ist unter dem Namen „Bensn“ bekannt (bürgerlicher Name: Benny K.). Er war Schlagzeuger & Sänger in der Thüringer Punk-Band AbstinenZx. Er war Teil der linken, politisierten Erfurter Punkszene sowie der Skaterszene.
Wir erzählen im Folgenden, was wir bislang wissen und was wir bis jetzt unternommen haben, und kommen dann zu einem politischen Statement. Unsere Solidarität gilt ganz klar den Betroffenen und potenziell Betroffenen.

Im Juli 2018 zog Bensn aus seiner ehemaligen WG in Erfurt aus. Er hinterließ ein paar alte Sachen in der WG und im April 2019 fand sein ehemaliger Mitbewohner darunter eine SD-Karte und beschloss, sie zu nutzen. Auf der SD-Karte entdeckte er mehrere Dateien. Die meisten Dateien sind schwarz und es ist nichts zu erkennen. Eine Datei ist etwa 15 – 20 Minuten lang und zeigt, wie Bensn eine Videokamera in einem Badezimmer eines Hauses, in dem sich mehrere WGs befinden, einstellt und justiert. Außerdem sind zwei Frauen, die heimlich in dem Bereich der Toilette gefilmt wurden, zu sehen. Das Video entstand auf einer privaten Party, zu der Bensn vermutlich über Freund*innen oder Bekannte Zugang hatte. Den Veranstalter*innen der Party ist bis heute nicht klar, wieso er dort gewesen ist. Er ist in diesem Freundeskreis nicht bekannt. Bensn muss dementsprechend in ihm fremde private Räumlichkeiten eingedrungen sein und muss sich dabei vollauf bewusst gewesen sein, dass er mit seiner Handlung die höchstpersönliche Grenze von Menschen übertritt. Das Video muss im Zeitraum 2015/16 entstanden sein.

Der Finder der SD-Karte schaltete das Video aus, als er erkannte, um was es sich handelte und konsultierte seine Freundin. Diese schaute sich die Videos an. Gemeinsam mit seiner Freundin machte der Finder der SD-Karte die Betroffenen ausfindig, berichtete ihnen (ebenfalls im April 2019) von den gefundenen Aufnahmen und übergab ihnen die SD-Karte. Außerdem hinterließ er seine Kontaktdaten.

Da Bensn im Umfeld der Betroffenen nicht bekannt war, teilten sie einen Screenshot von ihm in Whatsapp-Gruppen, um herauszufinden, aus welchen Kreisen er kommt. Obwohl er im Zuge dessen von mindestens zwei Personen erkannt wurde, wurde die Spur nicht weiterverfolgt. Diese Personen hätten Informationen darüber gehabt, dass Bensn auch im veto bekannt ist. Dagegen wussten die Betroffenen nicht, wie sie vorgehen sollten.

Anfang des Jahres 2020 beschloss der Finder der SD-Karte, dass enge soziale Kontakte von Bensn und die linke Szene in Erfurt doch informiert werden müssten. Dazu informierte er einen engen Freund von sich und später einen Freund aus dem Hausprojekt Stattschloss. Dieser konsultierte wiederum weitere Einzelpersonen aus dem veto und Stattschloss. Daraufhin wurde Bensns Nahumfeld (Skaterszene) informiert.

Ende Februar 2020 wurde die Kameraaufnahme Bensns in einem FLTI*-Zusammenschluss des vetos (veto feminists) zur Sprache gebracht. Dieser übernahm die Aufgabe, die anderen Bandmitglieder von AbstinenzX zu informieren. Die übrigen Bandmitglieder sind bestürzt, distanzieren sich ausdrücklich von Bensn Verhalten und sprechen den Betroffenen ihre Solidarität aus. Die Band hat sich offiziell aufgelöst. Im darauffolgenden regulären veto-Plenum (Anfang März 2020) wurde gemeinsam mit eingeladenen Gästen der Fall und das weitere Vorgehen besprochen. Beim Plenum wurde erst einmal ein gemeinsamer Wissensstand erarbeitet, dabei kam auch viel Enttäuschung und sehr viel Wut von vielen FLIT*-Genoss*innen darüber zum Ausdruck, dass einige Genossen bereits im vorherigen Jahr von Bensns Aufnahmen gehört hatten, dies aber nicht an FLTI*-Genoss*innen, die mit Bensn in freundschaftlichem Kontakt standen, weitergetragen hatten. So hatte Bensn ein weiteres halbes Jahr Zugang zu Privaträumen und linken Räumen und es bestehen Unsicherheiten darüber, ob es weitere Kameraaufnahmen gibt und was mit diesen geschehen ist. Im Laufe des Plenums wurde außerdem bekannt, dass Bensn in der Vergangenheit explizite, sexualisierte Bilder ungefragt an Frauen* in sozialen Medien verschickte.

Seit dem letzten Plenum (Anfang März 2020) stehen wir im vermittelten Kontakt mit den Betroffenen von den Kameraaufnahmen. Diese haben unsere absolute Solidarität und wir unterstützen sie (wenn gewünscht) in allen weiteren Entscheidungen. Weitere Betroffene können uns gerne kontaktieren, auch anonym und vertraulich. Wir sind ansprechbar für die Vermittlung von Rechtsberatung, falls Betroffene Anzeige erstatten wollen, und unabhängig davon auch für emotionalen Support und Unterstützung und Konsequenzen in der linken Szene. Dafür hat sich eine Gruppe gegründet, die unter: betroffenensupport-veto@riseup.net zu erreichen ist.

Das veto ist auch ein Veranstaltungsraum und eine Konsequenz aus dem Skandal um „Monis Rache“ war es, dass wir soweit es uns möglich ist, unsere Räume vor heimlichen Kameras schützen. Diese Aufgabe übernehmen derzeit FLTI* aus dem veto, weil es uns derzeit auch aufgrund einer weiteren Reihe von Vorfällen patriarchaler Gewalt unmöglich ist, die Wahrung unserer Grenzen und unserer Sicherheit männlichen Genossen zu überlassen.

Bensn hat ab sofort Hausverbot im veto. Außerdem informieren wir alle linken Räume, von denen wir wissen, dass Bensn dort Zeit verbracht hat. Für Entschuldigungen, Zweifel, Ausreden, Legitimierungsversuche oder Victim Blaming aus dem Umfeld des Täters gibt es kein Ohr und wir werden dagegen vorgehen.

Die Aufarbeitung ist nicht abgeschlossen und wir werden uns weiter damit beschäftigen. Insofern es relevante Neuigkeiten gibt, werden wir auch diese veröffentlichen. Wir bitten um eine Weiterleitung dieses Statements an Locations, in denen sich der Täter ebenfalls aufgehalten hat oder haben könnte.

Das veto-Plenum

Selbstverständnis der AG Betroffenensupport
Wir sind eine kleine Gruppe von FLTI*-Personen aus dem veto bzw. dessen Umfeld, die für Betroffene von „Bensn“ ansprechbar ist. Als Support für Betroffene möchten wir Begleitung und Gespräche anbieten, in denen auch die politische Ebene der Grenzverletzungen und sexualisierten Gewalt thematisiert wird, die durch den Täter ausgeübt wurde. Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt haben verschiedene Formen. Du bist unsicher, was passiert ist? Dir schießen tausend Fragen durch den Kopf? Das ist völlig verständlich! Mit der Veröffentlichung des Statements aus dem veto-Plenum erreichen uns Zuschriften von weiteren Betroffenen. Wir denken, dass es wichtig ist, dass niemand allein bleibt und die zu Tage tretenden Informationen im Ganzen gesehen werden. (Potentiell) Betroffene müssen die Chance haben, zu erfahren, was möglicher Weise hinter ihrem Rücken geschehen ist. Weil der Täter auch in vielen politischen und subkulturellen Räumen unterwegs war, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die entsprechenden Strukturen zu informieren. Diese Aufgabe übernimmt das veto. Mit dem veto-Plenum stehen wir dazu in engem Austausch. Im Falle von neuen, wichtigen Erkenntnissen wollen wir (potentielle) Betroffene, die das wünschen, darüber informieren.
Wenn Betroffene das wünschen, gibt es die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen oder auch erstmal mit uns in einem geschützen Rahmen auszutauschen. Als politisch Aktive haben wir in unterschiedlichen Kontexten die Erfahrung gemacht, dass das Alleinbleiben dazu führen kann, den gesellschaftlichen Kontext der Gewalt gegen Frauen aus dem Blick zu verlieren und sich im schlimmsten Fall in einer Spirale aus Zweifeln, Scham- und Schuldgefühlen wiederzufinden. Dabei ist ganz klar, wer die Verantwortung für die Gewalt und Grenzverletzungen trägt: Es ist allein der Täter, in diesem Fall Bensn.

In der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen gibt es unterschiedliche individuelle Bedürfnisse, die Raum beanspruchen: Das ist richtig und wichtig! Professionelle Hilfe können wir nicht leisten, jedoch vermitteln und begleiten wir gern zu den Frauen* des Frauenzentrums Brennessel. Die Brennessel ist ein unabhängiger Verein, der sich seit 30 Jahren für Gewalt betroffene Frauen in Erfurt und Thüringen einsetzt und darin parteilich an der Seite der Betroffen steht. Wesentlich ist das feministische Grundverständnis ihrer Arbeit, in die wir großes Vertrauen haben. Die Beratungsräume befinden sich gut erreichbar in der Erfurter Innenstadt, Zutritt haben nur FLTI*-Personen. Neben psychosozialer Beratung wird dort auch über mögliche rechtliche Schritte aufgeklärt und ein Kontakt zu fachspezifischen Rechtsanwält*innen vermittelt. Über die Vorfälle – wie im Statement des Veto-Plenums geschildert – haben wir die Beratenden der Brennessel in Kenntnis gesetzt.

Betroffen zu sein, heißt nicht ‚Opfer‘ zu sein und in einer passiven Haltung verharren zu müssen. FLTI*-Personen sind stark, gemeinsam können wir noch stärker sein!

In Solidarität!

Kontakt
Ihr erreicht uns unter betroffenensupport-veto@riseup.net. Wir behandeln eure Emails vertraulich.

Weiterführende Links
- Frauenzentrum Brennessel (Erfurt)
- Rechtliche Einschätzung zu heimlichen sexualisierten Aufnahmen (Fokus auf Festivals)
- Rechtliches zum ungefragten Erhalt sexualisierter Bilder
- Aufklärung über verschiedene Formen von Partnerschaftgewalt

Umgang mit „Beweismaterial“
Wenn ihr Bilder oder Screenshots von Chats mit Bensn habt, die ihr als sexuell belästigend empfindet, raten wir euch, diese an einem sicheren Ort zu speichern. So habt ihr die Kontrolle darüber, ob ihr etwa damit zur Polizei gehen wollt oder nicht. Von Weiterleitungen oder einer Veröffentlichung raten wir ab, weil ihr euch dadurch potentiell selber strafbar macht und außerdem ein Stück weit die Kontrolle darüber, was mit dem Material passiert, verliert. Wenn ihr uns dennoch darüber informieren wollt, schickt uns einfach eine kurze Beschreibung. Aber ihr müsst euch nicht „beweisen“, damit wir euch glauben!

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http://veto.blogsport.de/2020/03/14/kamera-spanner-in-der-erfurter-linken-szene-geoutet-ein-statement-vom-veto/feed/
30.10 SOLIKONZI für das stattschloß http://veto.blogsport.de/2019/10/23/30-10-solikonzi-fuer-das-stattschloss/ http://veto.blogsport.de/2019/10/23/30-10-solikonzi-fuer-das-stattschloss/#comments Wed, 23 Oct 2019 13:58:51 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2019/10/23/30-10-solikonzi-fuer-das-stattschloss/ 30.10 ab 20 Uhr
SOLIKONZI im hackebeil

Es spielen:
Todeskommando Atomsturm [Punk/München]
Malatesta {Melodic Crust/München]

Aftershow mit Trash/Punkrockdisse und 80iger Jahre Mukke
+++ diverse leckere und lustige Soliaktionen

Warum SOLI?

Wir sind nicht ganz DICHT, aber ganz schön COOL

Das Stattschloß ist ein selbstverwaltetes Hausprojekt und besteht seit 2016.
Wir als Hausbewohner*innen wollen selbstbestimmter leben und auch
anderen (z.b. dem veto oder radical print) die Möglichkeit
selbstverwalteter, linker Räume geben. Dies muss u.a. in einem sozial
verträglichen Mietrahmen stattfinden, damit nicht die Scheiß- Kohle oder
Vermieterärsche bestimmen, wer wie wohnt oder Räume nutzt.
Um dies allerdings zu ermöglichen, sind wir immer wieder auf Spenden und
Unterstützung von außen angewiesen. Wir bauen und zahlen (fast) alles
selbst und wollen so unabhängig wie möglich vom Staat und seinen
Fördermöglichkeiten agieren können. Das ist besonders jetzt wichtig,
denn dumme Bürger, Gartenzaunrassisten und Nazischweine dürfen leider
auch im kapitalistischen Wahlomat-Dilemma mitwählen.

Momentan haben wir 1 Baustelle am laufen, welche uns ermöglicht, für weniger Geld warmes Wasser zu bekommen und waschen uns somit nicht in den finanziellen Ruin.
Wenn dies geschafft ist, sind wir endlich echte Warmduscher und ein bissel UNCOOLER :)
Die 2. Großbaustelle ist unser unDICHTes+ungedämmtes Dach. Aber diesen Dachschaden bekämpfen wir erst in (hoffentlich naher)Zukunft…

Das Solikonzi trägt mit seinen Einnahmen dazu bei, die Baukosten ein
Stück weit abzudecken.

Also kommt vorbei! Feiert mit uns! Seid Solidarisch!

Und denkt daran….der nächste Tag ist ein Feiertag…also gibt es keine Ausreden nicht zu kommen :)

PS:
Jegliche Form diskriminierenden und sexistischen Verhaltens wird hier nicht geduldet!!!

Weitere Infos unter:
facebook
stattschloss.blogsport

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19.10, 19:00 Lesung von lirabelle Texten & 22:00 Nächste Ecke links – Party im Hackebeil http://veto.blogsport.de/2019/10/17/19-10-2200-naechste-ecke-links-drum-bass-party-im-hackebeil/ http://veto.blogsport.de/2019/10/17/19-10-2200-naechste-ecke-links-drum-bass-party-im-hackebeil/#comments Thu, 17 Oct 2019 16:43:05 +0000 Administrator Allgemein http://veto.blogsport.de/2019/10/17/19-10-2200-naechste-ecke-links-drum-bass-party-im-hackebeil/

Samstag, 19. Oktober, 19 Uhr, veto
Lesung mit Lirabelle-Texten

von Leser*innen

Vor kurzem ist die 20. Ausgabe der Lirabelle erschienen – einer unzensierten, anonymen Szene-Zeitschriften aus Thüringen. Damit blicken wir zurück auf sechs Jahre Verbreitung linksradikaler Inhalte und Diskussion. Bei der Lesung einzelner Texte der vergangenen Jahre wollen wir darauf gemeinsam anstoßen! Falls ihr Textwünsche habt, sendet diese gerne an: naeli-ef@riseup.net

Samstag, 19. Oktober, ab 22 Uhr, Hackebeil
Nächste Ecke links – Drum & Bass Party der alternativen Einführungstage

Wir wollen mit euch feiern, Spaß haben und uns wohlfühlen. Die Devise lautet: Feiert, wie ihr feiern möchtet, aber respektiert den Freiraum aller anderen Partygäste. Es erwarten euch mit Maverick & k r l [Drum & Bass – http://www.punchblog.de/krl/] klasse DJs.
No Place for Racism, Fascism, Sexism, Trans- & Homophobia, Antisemitism, Ableism & Antiziganism

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