Kamera-Spanner in der Erfurter Linken Szene geoutet – ein Statement vom veto

Diese Woche wurde im veto-Plenum ein Kamera-Spanner aus der linken Szene in Erfurt geoutet. Er ist unter dem Namen „Bensn“ bekannt (bürgerlicher Name: Benny K.). Er war Schlagzeuger & Sänger in der Thüringer Punk-Band AbstinenZx. Er war Teil der linken, politisierten Erfurter Punkszene sowie der Skaterszene.
Wir erzählen im Folgenden, was wir bislang wissen und was wir bis jetzt unternommen haben, und kommen dann zu einem politischen Statement. Unsere Solidarität gilt ganz klar den Betroffenen und potenziell Betroffenen.

Im Juli 2018 zog Bensn aus seiner ehemaligen WG in Erfurt aus. Er hinterließ ein paar alte Sachen in der WG und im April 2019 fand sein ehemaliger Mitbewohner darunter eine SD-Karte und beschloss, sie zu nutzen. Auf der SD-Karte entdeckte er mehrere Dateien. Die meisten Dateien sind schwarz und es ist nichts zu erkennen. Eine Datei ist etwa 15 – 20 Minuten lang und zeigt, wie Bensn eine Videokamera in einem Badezimmer eines Hauses, in dem sich mehrere WGs befinden, einstellt und justiert. Außerdem sind zwei Frauen, die heimlich in dem Bereich der Toilette gefilmt wurden, zu sehen. Das Video entstand auf einer privaten Party, zu der Bensn vermutlich über Freund*innen oder Bekannte Zugang hatte. Den Veranstalter*innen der Party ist bis heute nicht klar, wieso er dort gewesen ist. Er ist in diesem Freundeskreis nicht bekannt. Bensn muss dementsprechend in ihm fremde private Räumlichkeiten eingedrungen sein und muss sich dabei vollauf bewusst gewesen sein, dass er mit seiner Handlung die höchstpersönliche Grenze von Menschen übertritt. Das Video muss im Zeitraum 2015/16 entstanden sein.

Der Finder der SD-Karte schaltete das Video aus, als er erkannte, um was es sich handelte und konsultierte seine Freundin. Diese schaute sich die Videos an. Gemeinsam mit seiner Freundin machte der Finder der SD-Karte die Betroffenen ausfindig, berichtete ihnen (ebenfalls im April 2019) von den gefundenen Aufnahmen und übergab ihnen die SD-Karte. Außerdem hinterließ er seine Kontaktdaten.

Da Bensn im Umfeld der Betroffenen nicht bekannt war, teilten sie einen Screenshot von ihm in Whatsapp-Gruppen, um herauszufinden, aus welchen Kreisen er kommt. Obwohl er im Zuge dessen von mindestens zwei Personen erkannt wurde, wurde die Spur nicht weiterverfolgt. Diese Personen hätten Informationen darüber gehabt, dass Bensn auch im veto bekannt ist. Dagegen wussten die Betroffenen nicht, wie sie vorgehen sollten.

Anfang des Jahres 2020 beschloss der Finder der SD-Karte, dass enge soziale Kontakte von Bensn und die linke Szene in Erfurt doch informiert werden müssten. Dazu informierte er einen engen Freund von sich und später einen Freund aus dem Hausprojekt Stattschloss. Dieser konsultierte wiederum weitere Einzelpersonen aus dem veto und Stattschloss. Daraufhin wurde Bensns Nahumfeld (Skaterszene) informiert.

Ende Februar 2020 wurde die Kameraaufnahme Bensns in einem FLTI*-Zusammenschluss des vetos (veto feminists) zur Sprache gebracht. Dieser übernahm die Aufgabe, die anderen Bandmitglieder von AbstinenzX zu informieren. Die übrigen Bandmitglieder sind bestürzt, distanzieren sich ausdrücklich von Bensn Verhalten und sprechen den Betroffenen ihre Solidarität aus. Die Band hat sich offiziell aufgelöst. Im darauffolgenden regulären veto-Plenum (Anfang März 2020) wurde gemeinsam mit eingeladenen Gästen der Fall und das weitere Vorgehen besprochen. Beim Plenum wurde erst einmal ein gemeinsamer Wissensstand erarbeitet, dabei kam auch viel Enttäuschung und sehr viel Wut von vielen FLIT*-Genoss*innen darüber zum Ausdruck, dass einige Genossen bereits im vorherigen Jahr von Bensns Aufnahmen gehört hatten, dies aber nicht an FLTI*-Genoss*innen, die mit Bensn in freundschaftlichem Kontakt standen, weitergetragen hatten. So hatte Bensn ein weiteres halbes Jahr Zugang zu Privaträumen und linken Räumen und es bestehen Unsicherheiten darüber, ob es weitere Kameraaufnahmen gibt und was mit diesen geschehen ist. Im Laufe des Plenums wurde außerdem bekannt, dass Bensn in der Vergangenheit explizite, sexualisierte Bilder ungefragt an Frauen* in sozialen Medien verschickte.

Seit dem letzten Plenum (Anfang März 2020) stehen wir im vermittelten Kontakt mit den Betroffenen von den Kameraaufnahmen. Diese haben unsere absolute Solidarität und wir unterstützen sie (wenn gewünscht) in allen weiteren Entscheidungen. Weitere Betroffene können uns gerne kontaktieren, auch anonym und vertraulich. Wir sind ansprechbar für die Vermittlung von Rechtsberatung, falls Betroffene Anzeige erstatten wollen, und unabhängig davon auch für emotionalen Support und Unterstützung und Konsequenzen in der linken Szene. Dafür hat sich eine Gruppe gegründet, die unter: betroffenensupport-veto@riseup.net zu erreichen ist.

Das veto ist auch ein Veranstaltungsraum und eine Konsequenz aus dem Skandal um „Monis Rache“ war es, dass wir soweit es uns möglich ist, unsere Räume vor heimlichen Kameras schützen. Diese Aufgabe übernehmen derzeit FLTI* aus dem veto, weil es uns derzeit auch aufgrund einer weiteren Reihe von Vorfällen patriarchaler Gewalt unmöglich ist, die Wahrung unserer Grenzen und unserer Sicherheit männlichen Genossen zu überlassen.

Bensn hat ab sofort Hausverbot im veto. Außerdem informieren wir alle linken Räume, von denen wir wissen, dass Bensn dort Zeit verbracht hat. Für Entschuldigungen, Zweifel, Ausreden, Legitimierungsversuche oder Victim Blaming aus dem Umfeld des Täters gibt es kein Ohr und wir werden dagegen vorgehen.

Die Aufarbeitung ist nicht abgeschlossen und wir werden uns weiter damit beschäftigen. Insofern es relevante Neuigkeiten gibt, werden wir auch diese veröffentlichen. Wir bitten um eine Weiterleitung dieses Statements an Locations, in denen sich der Täter ebenfalls aufgehalten hat oder haben könnte.

Das veto-Plenum

Selbstverständnis der AG Betroffenensupport
Wir sind eine kleine Gruppe von FLTI*-Personen aus dem veto bzw. dessen Umfeld, die für Betroffene von „Bensn“ ansprechbar ist. Als Support für Betroffene möchten wir Begleitung und Gespräche anbieten, in denen auch die politische Ebene der Grenzverletzungen und sexualisierten Gewalt thematisiert wird, die durch den Täter ausgeübt wurde. Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt haben verschiedene Formen. Du bist unsicher, was passiert ist? Dir schießen tausend Fragen durch den Kopf? Das ist völlig verständlich! Mit der Veröffentlichung des Statements aus dem veto-Plenum erreichen uns Zuschriften von weiteren Betroffenen. Wir denken, dass es wichtig ist, dass niemand allein bleibt und die zu Tage tretenden Informationen im Ganzen gesehen werden. (Potentiell) Betroffene müssen die Chance haben, zu erfahren, was möglicher Weise hinter ihrem Rücken geschehen ist. Weil der Täter auch in vielen politischen und subkulturellen Räumen unterwegs war, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die entsprechenden Strukturen zu informieren. Diese Aufgabe übernimmt das veto. Mit dem veto-Plenum stehen wir dazu in engem Austausch. Im Falle von neuen, wichtigen Erkenntnissen wollen wir (potentielle) Betroffene, die das wünschen, darüber informieren.
Wenn Betroffene das wünschen, gibt es die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen oder auch erstmal mit uns in einem geschützen Rahmen auszutauschen. Als politisch Aktive haben wir in unterschiedlichen Kontexten die Erfahrung gemacht, dass das Alleinbleiben dazu führen kann, den gesellschaftlichen Kontext der Gewalt gegen Frauen aus dem Blick zu verlieren und sich im schlimmsten Fall in einer Spirale aus Zweifeln, Scham- und Schuldgefühlen wiederzufinden. Dabei ist ganz klar, wer die Verantwortung für die Gewalt und Grenzverletzungen trägt: Es ist allein der Täter, in diesem Fall Bensn.

In der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen gibt es unterschiedliche individuelle Bedürfnisse, die Raum beanspruchen: Das ist richtig und wichtig! Professionelle Hilfe können wir nicht leisten, jedoch vermitteln und begleiten wir gern zu den Frauen* des Frauenzentrums Brennessel. Die Brennessel ist ein unabhängiger Verein, der sich seit 30 Jahren für Gewalt betroffene Frauen in Erfurt und Thüringen einsetzt und darin parteilich an der Seite der Betroffen steht. Wesentlich ist das feministische Grundverständnis ihrer Arbeit, in die wir großes Vertrauen haben. Die Beratungsräume befinden sich gut erreichbar in der Erfurter Innenstadt, Zutritt haben nur FLTI*-Personen. Neben psychosozialer Beratung wird dort auch über mögliche rechtliche Schritte aufgeklärt und ein Kontakt zu fachspezifischen Rechtsanwält*innen vermittelt. Über die Vorfälle – wie im Statement des Veto-Plenums geschildert – haben wir die Beratenden der Brennessel in Kenntnis gesetzt.

Betroffen zu sein, heißt nicht ‚Opfer‘ zu sein und in einer passiven Haltung verharren zu müssen. FLTI*-Personen sind stark, gemeinsam können wir noch stärker sein!

In Solidarität!

Kontakt
Ihr erreicht uns unter betroffenensupport-veto@riseup.net. Wir behandeln eure Emails vertraulich.

Weiterführende Links
- Frauenzentrum Brennessel (Erfurt)
- Rechtliche Einschätzung zu heimlichen sexualisierten Aufnahmen (Fokus auf Festivals)
- Rechtliches zum ungefragten Erhalt sexualisierter Bilder
- Aufklärung über verschiedene Formen von Partnerschaftgewalt

Umgang mit „Beweismaterial“
Wenn ihr Bilder oder Screenshots von Chats mit Bensn habt, die ihr als sexuell belästigend empfindet, raten wir euch, diese an einem sicheren Ort zu speichern. So habt ihr die Kontrolle darüber, ob ihr etwa damit zur Polizei gehen wollt oder nicht. Von Weiterleitungen oder einer Veröffentlichung raten wir ab, weil ihr euch dadurch potentiell selber strafbar macht und außerdem ein Stück weit die Kontrolle darüber, was mit dem Material passiert, verliert. Wenn ihr uns dennoch darüber informieren wollt, schickt uns einfach eine kurze Beschreibung. Aber ihr müsst euch nicht „beweisen“, damit wir euch glauben!

30.10 SOLIKONZI für das stattschloß

30.10 ab 20 Uhr
SOLIKONZI im hackebeil

Es spielen:
Todeskommando Atomsturm [Punk/München]
Malatesta {Melodic Crust/München]

Aftershow mit Trash/Punkrockdisse und 80iger Jahre Mukke
+++ diverse leckere und lustige Soliaktionen

Warum SOLI?

Wir sind nicht ganz DICHT, aber ganz schön COOL

Das Stattschloß ist ein selbstverwaltetes Hausprojekt und besteht seit 2016.
Wir als Hausbewohner*innen wollen selbstbestimmter leben und auch
anderen (z.b. dem veto oder radical print) die Möglichkeit
selbstverwalteter, linker Räume geben. Dies muss u.a. in einem sozial
verträglichen Mietrahmen stattfinden, damit nicht die Scheiß- Kohle oder
Vermieterärsche bestimmen, wer wie wohnt oder Räume nutzt.
Um dies allerdings zu ermöglichen, sind wir immer wieder auf Spenden und
Unterstützung von außen angewiesen. Wir bauen und zahlen (fast) alles
selbst und wollen so unabhängig wie möglich vom Staat und seinen
Fördermöglichkeiten agieren können. Das ist besonders jetzt wichtig,
denn dumme Bürger, Gartenzaunrassisten und Nazischweine dürfen leider
auch im kapitalistischen Wahlomat-Dilemma mitwählen.

Momentan haben wir 1 Baustelle am laufen, welche uns ermöglicht, für weniger Geld warmes Wasser zu bekommen und waschen uns somit nicht in den finanziellen Ruin.
Wenn dies geschafft ist, sind wir endlich echte Warmduscher und ein bissel UNCOOLER :)
Die 2. Großbaustelle ist unser unDICHTes+ungedämmtes Dach. Aber diesen Dachschaden bekämpfen wir erst in (hoffentlich naher)Zukunft…

Das Solikonzi trägt mit seinen Einnahmen dazu bei, die Baukosten ein
Stück weit abzudecken.

Also kommt vorbei! Feiert mit uns! Seid Solidarisch!

Und denkt daran….der nächste Tag ist ein Feiertag…also gibt es keine Ausreden nicht zu kommen :)

PS:
Jegliche Form diskriminierenden und sexistischen Verhaltens wird hier nicht geduldet!!!

Weitere Infos unter:
facebook
stattschloss.blogsport

19.10, 19:00 Lesung von lirabelle Texten & 22:00 Nächste Ecke links – Party im Hackebeil

Samstag, 19. Oktober, 19 Uhr, veto
Lesung mit Lirabelle-Texten

von Leser*innen

Vor kurzem ist die 20. Ausgabe der Lirabelle erschienen – einer unzensierten, anonymen Szene-Zeitschriften aus Thüringen. Damit blicken wir zurück auf sechs Jahre Verbreitung linksradikaler Inhalte und Diskussion. Bei der Lesung einzelner Texte der vergangenen Jahre wollen wir darauf gemeinsam anstoßen! Falls ihr Textwünsche habt, sendet diese gerne an: naeli-ef@riseup.net

Samstag, 19. Oktober, ab 22 Uhr, Hackebeil
Nächste Ecke links – Drum & Bass Party der alternativen Einführungstage

Wir wollen mit euch feiern, Spaß haben und uns wohlfühlen. Die Devise lautet: Feiert, wie ihr feiern möchtet, aber respektiert den Freiraum aller anderen Partygäste. Es erwarten euch mit Maverick & k r l [Drum & Bass – http://www.punchblog.de/krl/] klasse DJs.
No Place for Racism, Fascism, Sexism, Trans- & Homophobia, Antisemitism, Ableism & Antiziganism

17.10, 19:00 Vortrag

Donnerstag, 17. Oktober, 19 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180)
Vortrag: „Das Phantom der Rackets – Bandenherrschaft zwischen Einheit und Zerfall“

Referenten: Association Progrès, Veranstalter: Dissens

Der Vortrag stellt die Frage inwieweit der Begriff des Rackets als „Kritik der politischen Ökonomie der nachbürgerlichen Gesellschaft“ (Thorsten Fuchshuber) auch in Zeiten von Diagnosen einer selbstunternehmerischen Indivdualisierung und neoliberaler Vereinzelung wirksam ist, welche Bedeutung ein Begriff, der auf Bandenherrschaft und Aufgabe des Individuums abzielte, heute noch hat. Dies soll anhand der neueren Auseinandersetzungen nachvollzogen werden um die Rede vom Rackets aus dem Jargon zu lösen.back

12.10 ab 13:00 Alles muss man selber machen DEMO und ab 16:00 Hood not Kiez-Fest

Es brennt – Zeit zu handeln! „Alles muss man selber machen“ Demo 12.10. in Erfurt

Nachdem wir am 1. Mai gemeinsam und erfolgreich unsere Kämpfe in Erfurt auf die Straße getragen haben, haben wir uns entschieden: Wir starten mit dem „Alles muss man selber machen“- Bündnis in eine zweite Runde!

Wir fürchten die Ergebnisse der kommenden Landtagswahlen am 27.10.2019 in Thüringen. Die Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg sind zwar nicht überraschend, dadurch aber nicht weniger erschreckend.

Schon seit Jahren erleben wir die Krise des Sozial- und Wohlfahrtsstaats, patriarchale Gewalt und Krisen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Die Klimakatastrophe schreitet immer weiter voran und verschärft die globale soziale Ungleichheit. Wir stellen fest, dass reaktionäre, rechte Strategien der Krisenbearbeitung in dieser Gesellschaft immer mehr Anklang finden: Wir wollen nicht mehr davon sprechen, dass sich Rassismus und Nationalismus immer weiter normalisieren, weil diese unserer Meinung nach längst tödliche Normalität geworden sind – sowohl an den Außengrenzen der EU als auch jeden Tag in Deutschland.
Diese Entwicklungen nehmen wir als Bündnis nicht hin! Die verschiedenen Gruppen in diesem Bündnis eint, auf eine solidarische Gesellschaft hinzuarbeiten. Unsere Kämpfen gelten der*dem…

Klimagerechtigkeit – einen Wandel hin zu einer nachhaltigen und solidarischen Produktions- und Verteilungsstruktur, die im Rahmen der planetaren Grenzen funktioniert und die Folgen der Klimakatastrophe gerecht verteilt!

Antirassismus – Wir kämpfen für das Recht zu Kommen, zu Gehen und zu Bleiben und die sofortige Abschaffung von Abschiebungen!

Antifaschismus – Wir bekämpfen die autoritären Formationen dieser Gesellschaft: Nationalstaat, Faschismus und von rechten Netzwerken durchzogene Sicherheitsbehörden bedrohen Leben.

(Queer-)Feminismus – Wir kämpfen für ein Recht auf (körperliche) Selbstbestimmung und eine gesamtgesellschaftliche, gerechte Aufteilung der Reproduktionsarbeit …also nichts weniger als das Ende des Patriarchats!

Antikapitalismus – Statt Arbeitszwang und Profitmaximierung kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der die konkrete Bedürfnisbefriedigung von Menschen im Mittelpunkt steht und kollektiv organisiert wird.

Kommt alle am 12.10. nach Erfurt und unterstützt unsere Demo!

Weitere Infos unter: doityourself.noblog.org

DAS VETO IN THE HOOD!

Beim HOOD NOT KIEZ-Fest stellen sich alternative kulturelle und politische Räume und Projekte im Erfurter Norden vor. Wir öffnen unsere Räume, Hinterhöfe und die Straße für Musik, Kunst und auf die Wurzel zielende Gesellschaftskritik. Wer durch unsere Projekte stöbert trifft auf Theater, Konzerte, Lesungen, Feuershows und vieles mehr. Eure Augen werden Ohren machen!

Programm im veto:

16:00 laden wir zum stöbern im Umsonstladen und an Infotischen ein
17:30 Magic Comedy Artistic mit dem Kaosclown im stattschloß Hinterhof
18:00 kann bei der küfa (küche für alle) geschlemmert werden
19:00 Autonomes Kneipenquiz
16-22:00 gibt es feinste Musikbeschallung in und aus dem Toreinfahrt-Wohnzimmer des stattschloßes

Weitere Infos unter: web.facebook.com


Die After-Show und der Musikalische Höhepunkt findet ab 22:00 im Hackebeil statt

Es spielen Les Trucs: das Zwei-Mensch-Ding-Orchseter und ab 23:30 gibt es Techno mit dem Versus Kollektiv und Wave/Postpunk mit SO:UND:SO

31.8,19:30 Unne-Filmvorführung #FEMALEPLEASURE

#Der Film

Fünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum von Barbara Millers Dokumentarfilm #FEMALEPLEASURE. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Mit einer unfassbaren positiven Energie und aller Kraft setzen sich Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein, hinweg über jedwede gesellschaftliche sowie religiöse Normen und Schranken. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert, verfolgt und bedroht, von ihrem ehemaligen Umfeld werden sie verstoßen und von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht.

#FEMALEPLEASURE ist ein Film, der schildert, wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation der Frau – egal in welcher Gesellschaftsform – bis heute bestimmen. Gleichzeitig zeigen uns die fünf Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude jede Struktur verändern kann.

Und dann:

Nach dem Film besteht die Möglichkeit zum Austausch für Raum für Frauen,
Inter-, Trans*Personen.

Film: „Phral mende – Wir über uns“ am 02. August um 20:30

Nach dem Stadtrundgang zur Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus läuft der Film „Phral mende – Wir über uns“ im veto

Wir zeigen am 02. August die Dokumentation „Phral mende – Wir über uns“, ein vielstimmiges Selbstportrait aus der Perspektive von Sinti und Roma über bürgerrechtliches Engagement, Erinnerungskultur und Alltagsrassismus in Deutschland. Anschließend gibt es kühle Getränke gegen Spende für die Regisseurin des Films, Sängerin und Aktivistin Tayo Awosusi-Onutor um ihre Projekte zu supporten.
Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 02. August wird der Roma Genocide Remembrance Day begangen – ein Gedenktag an die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Vor 75 Jahren, in der Nacht vom 02. zum 03. August 1944, wurden 3000 Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau ermordet. Bereits Mitte Mai 1944 sollten dort etwa 6000 Sinti und Roma verschiedener Nationalitäten in die Gaskammern geschickt werden, doch sie wehrten sich mit allen in einem Vernichtungslager möglichen Kräften gegen die geplante Tötung durch das Lagerpersonal.
In einem Stadtrundgang der Projektgruppe ‚Erfurt im Nationalsozialismus‘ anlässlich des Roma Genocide Remembrance Days wird nicht nur an diese Ereignisse erinnert, sondern auch die schrittweise Eingrenzung ihrer Lebensbedingungen im Deutschen Reich in den Blick genommen. Bei einem ca. 90minütigen Spaziergang durch den Erfurter Norden versucht die Projektgruppe den wenigen Spuren der damals in der Stadt lebenden Sinti zu folgen und Handlungsspielräume der Täter zu beleuchten. Nicht zuletzt verweist der Rundgang auf die Kontinuitäten von Rassismus und Gewalt gegenüber Sinti und Roma bis heute, deren individuelle Erfahrungen allerdings anschließend im knapp einstündigen Film aus eigener Perspektive dargestellt werden.

Start Stadtrundgang: 18 Uhr vor der Frau Korte (Nordbahnhof Erfurt)
Start Film: 20:30 Uhr im veto, Magdeburger Allee 180
Ein anlässlich des Gedenktags mahnendes Plakat wird wieder vor der Frau Korte angebracht.

Weg mit dem Nazi-Scheiß auf dem Magdeburger Allee Fest

Statement vom veto im Nachgang des Magdeburger Allee Festes

Das veto beteiligt sich seit mehreren Jahren am Magdeburger Alleefest. Dieses Jahr wurde von mehreren Besucher*innen des Festes an uns herangetragen, dass es bei verschiedenen Ständen Nazi-Merchandise zu
kaufen gab. So wurde an einem Stand Patches mit dem Schriftzug der verbotenen Neonazi-Band ‚Landser‘ verkauft. An einem anderen Stand wurden Gürtelschnallen verkauft, deren Emblem an die SS-Runen erinnerte.
In beiden Fällen wird ein Publikum bedient, das den Nationalsozialismus und rechte Gewalt verherrlicht.

Die Geschichte des Nationalsozialismus ist auch Lokal-Geschichte. Im März 1943 begann am Erfurter Nordbahnhof die Deportation zahlreicher Sinti aus Erfurt. Die Projektgruppe ‚Erfurt im NS‘ arbeitet in mehreren
Stadtrundgängen die Geschichte des Nationalsozialismus entlang der Magdeburger Allee auf. Aber auch in jüngster Vergangenheit wurde das Viertel Ilversgehofen Schauplatz neonazistischer Gewalt. 2003 wurde der
48-jährige Hartmut Balzke unweit der Magdeburger Allee von Neonazis tödlich angegriffen und starb an seinen Verletzungen. Vermehrt gab es Angriffe von Neonazis aufs hiesige AJZ, zuletzt im Jahr 2017.

Für viele Annwohner*innen – bspw. People of Color und LGTBQI* – stellt die neonazistische Ideologie eine reelle Bedrohung im Alltag dar. Aber auch der Werbestand der AfD auf dem diesjährigen Magdeburger Alleefest
ist ein Schlag ins Gesicht für von Rassismus Betroffene und alle, die nicht ins rechte Weltbild der AfD passen. Bei diesem Stand war dieses Jahr u.a. Stefan Möller anzutreffen, der sich jüngst auf Twitter über
die öffentliche Aufarbeitung der Geschichte rassistischer Gewalt in Erfurt echauffierte. Anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung auf dem Anger über die vergessenen progromartigen Ausschreitungen gegen algerische Vertragsarbeiter im August 1975 in Erfurt schrieb er:“Es braucht dann unbedingt noch ein Denkmal für jede Sau, die mal durchs Dorf oder eben über den Anger von #Erfurt getrieben worden ist.“Die Relativierung und Verharmlosung rassistischer Gewalt in diesem Statement zeugt von Desinteresse, Hohn und Verachtung für Betroffene rassistischer Gewalt und ist nur ein Beispiel von vielen für die rassistische Politik und Sprache der AfD.

Es gibt viele Möglichkeiten als Organisator*innen des Festes, das Magdeburger Alleefest zu keiner Wohlfühlzone für Rechte zu machen. Dies kann bspw. mit einem klaren Vermerk bei der Stände-Anmeldung, mit einer Ansprech-Struktur am Tag selbst und mit inhaltlichen Programmpunkten gegen Rechts realisiert werden. Ebenso können antirassistische und antifaschistische Akteur*innenim Viertel expliziter bei der Vorbereitung mit einbezogen werden.

Mobivortrag am 22.6,19 Uhr – Identitären Aufmarsch verhindern und Period Power Solifest

Aufruf
Die Identitäre „Bewegung“ lädt am 20. Juli 2019 nach Halle/Saale zu einer Demonstration am Hauptbahnhof und einem „Straßenfest“ vor dem rechten Hausprojekt „Flamberg“ ein. Diesem Aufruf werden wir mit den besten antifaschistischen Absichten folgen.

Mit dem „gescheiterten“ Hausprojekt (O-Ton A. Lichert, AfD), einer kaum wahrnehmbaren öffentlichen Präsenz und laufenden Gerichtsverfahren gegen einige Mitglieder steht es um die selbsternannte „Identitäre Bewegung“ in Halle nicht allzu gut. Über Halle hinaus ist es ebenfalls eher still um die Möchtegern-Bewegung geworden. Angekündigte Großdemonstrationen und Gatherings in Berlin, Wien oder gar Dresden haben eher die Beschränktheit der eigenen Klientel als das Aufkommen einer neuen patriotischen Jugend bewiesen. Schlagzeilen liefern sie lediglich durch neuerlich bekannt gewordene Verstrickungen in Gewalttaten sowie rechte bis rechtsterroristische Netzwerke und die Funde aus polizeilichen Hausdurchsuchungen.

Fakt ist jedoch, dass Halle nach wie vor ein wichtiger Vernetzungspunkt für die Neue Rechte darstellt. Die Nähe zum „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda, die 14 eingefahrenen Prozentpunkte bei der diesjährigen Stadtratswahl für die AfD, ein Sitz für die Campus Alternative im Studierendenrat der Martin-Luther-Universität und die gekaufte Immobilie in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 lassen Halle als attraktiven Standort für (neu-)rechte Umtriebe erscheinen. Die letzten Jahre haben den einzelnen Mitgliedern der Identitären jedoch etwas anderes bewiesen.

Wir wissen, dass man eigentlich nicht nachtritt, wenn jemand schon am Boden liegt. Trotzdem rufen wir hiermit dazu auf den 20. Juli zum Desaster für die Identitären und ihren Symphathisant*innen zu machen! Ihren Aktionen gilt es wie immer konsequent und mit allen Mitteln zu begegnen!

Identitäre in Halle? – Nice to Beat You!
http:///nice2beatyou.wordpress.com

Im Anschluß an die Veranstaltung findet folgendes Solifest im Hackebeil statt:

*** Wozu dieses Soli? ***

Im Schnitt geben Frauen* in ihrem Leben umgerechnet fast 21.000 Euro für
ihre Periode aus, das sind circa 550 Euro pro Jahr. Diese Kosten, welche
ausschließlich Frauen* tragen müssen, stellen für mittellose und gar
wohnungslose Menschen ein großes Problem dar.
Wie würdest du entscheiden: Das letzte Kleingeld für Tampons oder etwas
Essbares ausgeben?

Damit Frauen* sich diese Frage nicht stellen müssen, wird deine Spende
zum
Kauf von Menstruationsartikeln verwendet und geht an die Unterkunft für
wohnungslose Frauen, Salinenstraße 131 in Erfurt.

Doch das ist nicht genug. Wir fordern eine deutschlandweite
Bereitstellung
von Menstruationshygiene in öffentlich zugänglichen Toiletten, so wie es
mit Klopapier und Seife Gang und Gebe ist!

By the Way:
Für sogenannte notwendige Produkte gilt in Deutschland eigentlich schon
seit den 60er-Jahren ein verminderter Steuersatz von 7%. Binden und
Tampons
gehören allerdings nicht dazu, dafür aber Kaffee, Kartoffeln oder
Schnittblumen.

Aber Bluten ist kein Luxus!
Deshalb gibt es seit einiger Zeit eine Petition, welche die Senkung der
sogenannten Tamponsteuer fordert – super Sache!
Hier kannst du die Petition unterzeichnen:
http://chng.it/mk8LPB5Dxx
< https://l.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fchng.it%2Fmk8LPB5Dxx%3Ffbclid%3DIwAR3ta7Fhq088otdaFf5TiD7T6Eo2Pr64QmfZFY6Tl1_zvLT9LHUVE7UKNy8&h=AT0ahrqAFNzDjScuak524ei979xXNBBVH0P8OQIJ5EzkXGNCpE1sVnSUTCTRiS6aJL-nwrEejspYbcjEFamfUX_qBvnQcPqItfr81zhdViSk3ZDAocRkORBXrT9DiePF3G44iFrlNP5GoN2Wm9DD

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*gemeint ist das biologische Geschlecht, worunter auch Transmänner zählen
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Gegen Periodenarmut fighten mit euch:

Error Sniffs
https://errorsniffs.bandcamp.com/

The Dead End Kids
Power Glitter Punk
https://thedeadendkids1.bandcamp.com/

The Melmacs
Power Runkpock
https://themelmacs.bandcamp.com/

+ Aftershow

WIR FREUEN UNS AUF EUCH!!!

Mobivortrag


29.05.2019 ab 19:30 Uhr im veto (Magdeburger Allee 180)

Beim „Tag der deutschen Zukunft“ handelt es sich um einen der größten faschistischen Aufmärsche in der BRD, welcher jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Erstmals fand der sog. TddZ 2009 in Pinneberg statt – organisiert von freien Kameradschaften. Den Höhepunkt erreichte der TddZ 2016 in Dortmund mit gut 1000 Teilnehmenden. Über die Jahre hat er aber an Teilnehmerzahl stark abgenommen. Später wurde er von dem Umfeld der faschistischen Kleinstpartei Die Rechte getragen.

Nach mehrfach erfolgreicher antifaschistischer Intervention – von Blockaden über direkte Aktionen bis zur Behinderung der Anreise der Faschist*innen – ist die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Um diesem Trend entgegen zu wirken und mit vielen Anhänger*innen marschieren zu können findet der TddZ 2019 in Chemnitz statt.

In Chemnitz rechnen die Faschist*innen nicht nur mit wenig Widerspruch aus der Gesellschaft sondern auch mit der Unterstützung der sächsischen Polizei, welche schon den Nazi-Aufmarsch vom Dritten Weg am 1. Mai 2018 mit besten Mitteln schützte.