Montag: Lesung mit Jan Off

Am Montag, den 23. Oktober, ist Jan Off im veto zu Gast. 20 Uhr gehts los, kommt doch vorbei!

Jan Offs Kurzgeschichten und Romane sind weder für Kinder noch für Erwachsene geeignet. Seine Erzählungen handeln von in Eckkneipen sitzenden Menschen, die den Anforderungen des Alltags bereits entsagt haben, von Punkrock und Halbleichen. Jan Off gehört zu den Urgesteinen der Underground-Literaturszene dieser Republik und ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, 2001 wurde er sogar Deutscher Poetry-Slam Meister bevor er besagter Szene den Rücken kehrte. In seinem Programm gibt er den ungeschminkten Alltagswahnsinn zum Besten, gepaart mit liebevollem Spott und Ironie. Einst zog er von Braunschweig via Leipzig nach Darmstadt, um seinem Leben neue farbliche Nuancen zu geben und in teurer Randlage das Leben eines Literaten in seinen besten Jahren zwischen Schreibtisch und Lesetour zu führen. Mittlerweile hat es ihn nach Hamburg verschlagen und seine Erfahrungen düngen den norddeutschen Alltag. Für alle Freundinnen und Freunde der humoristischen Weltverachtung.

Hood not Kiez – Ein-Tages-Fest im Erfurter Norden

Zum ersten „Hood not Kiez – Ein-Tages-Fest“ öffnen Ilvers, veto, Klanggerüst, Frau Korte, Stattschloß und Saline 34 ihre Türen zum Reinschnuppern und Entdecken. Es erwartet euch ein großes Tuhowabohu mit allerlei Musik, Workshops, Vorträgen, Spielen und vielem mehr. An verschiedenen Stellen gibt es Essen und Getränke – bis tief in die Nacht darf getanzt werden. Verschafft euch einen Eindruck und kommt am 14. Oktober ab 15 Uhr zum „Hood not Kiez – Ein-Tages-Fest“ nach Erfurt Nord.

Das veto präsentiert sich ab 15 Uhr mit einem Infostand mit Kaffe, Kuchen, Zuckerwatte und dem Besten aus dem Umsonstladen. 18 Uhr (schnibbeln und helfen schon früher) gibt es leckeres Essen von der Küfa*. 19 Uhr könnt ihr euch Input holen beim Vortrag „Bis Ilversgehofen gentrifiziert ist, werden noch viele Jahre vergehen…“. Parallel dazu verwandelt das Stattschloß ab 15 Uhr die Toreinfahrt in ein gemütliches Wohnzimmer zum rumhängen bei guter Musik. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

Das Vollständige Programm findet ihr bei Facebook.

„Bis Ilversgehofen gentrifiziert ist, werden noch viele Jahre vergehen…“

In Erfurt entwickeln sich die Mieten rasant nach oben. Die wachsende Zahl an Einwohner_innen befördert diese Dynamik und macht die kleine Stadt in ihrer Gesamtheit zu einem Spitzenstandort für Immobilieninvestitionen. Überall wird gebaut und saniert – nicht mehr allein im Dichterviertel, der Altstadt oder im Brühl als exklusive Wohngegenden. Die städtische Verwaltung und ein Teil der Politik jubelt: Endlich wird das Stadtbild aufgehübscht. Mit rhetorischer Lokaltümelei a la Puffbohne und Gartenstadt feiern sie diese Entwicklung und beschleunigen sie mit ICE-City, BUGA und anderen Stadtentwicklungsprojekten. Was für Tourist_innen und Erfurter_innen mit höheren Einkommen jedoch erfreulich sein mag, verdrängt Mieter_innen und zerstört soziale Netzwerke in den Quartieren, die verlassen werden müssen. Immobilienwirtschaft und Wohnungsunternehmen freuen sich dagegen über ihre Profite. Wie überall sind Kreative und Nischengewerbe die Vorboten dieser – Gentrifizierung genannten – Verdrängung. Kreative machen vor allem rund um die Magdeburger Allee die Stadtteile attraktiv. Folgen die Investoren auf dem Fuße? Was ist stadtpolitisch möglich und wie kann Gegenwehr aussehen?

Samstag ist Bautag

Ab 10 Uhr könnt ihr am Samstag wieder Hand anlegen und dafür sorgen, dass es im veto voran geht! Wir laden zum Bautag und freuen uns über tatkräftige Unterstützung! Zu tun gibt es wieder jede Menge – Vorkenntnisse braucht ihr keine.

Bis Morgen!

- Achtung: verschoben – „Kritik des Staatsfeminismus“

Achtung: Die Veranstaltung mit Andrea Truman und Lilli Lent muss leider verschoben werden. Den Ausweichtermin geben wir so bald wie möglich bekannt. Die Donnerstagsbar beginnt dafür heute schon um 20 Uhr!

Donnerstag stellen ab 19.30 Uhr Andrea Truman und Lilli Lent ihr Buch „Kritik des Staatsfeminismus. Oder: Kinder, Küche, Kapitalismus“ im veto vor. Wir freuen uns sehr! Danach gibts Donnerstagsbar. Kommt rum!

Frauenquoten in Aufsichtsräten, garantierte Kitaplätze, Eltern- und Betreuungsgeld — »Gender Mainstreaming« scheint in den letzten Jahren zu einem zentralen Anliegen staatlicher Politik geworden zu sein. Dabei gerät die dunkle Seite dieser »Emanzipation« jedoch aus dem Blick: Von der neoliberalen Umverteilungs- und Verarmungspolitik sind vor allem Frauen betroffen, der Niedriglohnsektor ist vornehmlich weiblich, und schlecht bezahlte Sorge- und Pflegearbeit wird weiterhin meist von Frauen erledigt. Und auch die angeblich auf Gleichstellung der Geschlechter zielende Frauen- und Familienpolitik des Staates verfolgt bei genauerer Betrachtung ganz andere Zwecke.

FIT*-Bar: jeden letzten Samstag im Monat

Wir freuen uns eine neue Gruppe im veto herzlich willkommen heißen zu können: die FIT*-Bar Gruppe! Ab September organisiert diese immer am letzten Samstag im Monat ab 21 Uhr einen Bar-Abend für Frauen*, Inter*- und Trans*-Menschen. Los geht es diesen Samstag. Infos und ein Selbstverständnis zur Gruppe findet ihr unter fitbar.blogsport.de

Liebe Leute,

am 30.09.2017 (Samstag) findet unsere erste FIT*-Bar ab 21 Uhr statt. Das heißt, an diesem Abend wollen wir in einem Raum für FIT*-Menschen (Frauen*Inter*Trans*) zusammen rumhängen, erzählen, trinken, uns austauschen, kickern und worauf wir eben noch so Bock haben. Es wird stabilen Gin Tonic und diverse köstliche Säfte und dazu eine wilde Musikmische geben! Ihr seid herzlichst willkommen.
Wir freuen uns auf euch!

Das FIT*-Bar Team. :)

Vortrag am Donnerstag: „Kulturindustrie, das sind die andern“

Am Donnerstag referiert Christoph Hesse von der Roten Ruhr Uni ab 18.30 Uhr im veto über die Kulturindustrie. Danach öffnet, wie jeden Donnerstag, die Donnerstagsbar!

Kulturindustrie, das sind die andern

Mit dem Begriff Kulturindustrie hat Adorno der Kritik der sogenannten Massenkultur ihren schärfsten Ausdruck gegeben. Und zudem einen, der am liebsten mißverstanden wird. Kulturindustrie, meint man, das seien die großen Konzerne und Hollywood, doch sicher nicht die gutgemeinte Bastelei, deren man sich und seinesgleichen rühmt. Im übrigen herrscht Einigkeit darüber, dass, was populär ist, nicht durchaus schlecht sein könne. Es bleibt daran zu erinnern, dass die Kritik, die man heute als überspannt und gleichermaßen überholt erachtet, gar nicht an erster Stelle der unverdrossen sich selbst anpreisenden Kultur galt, sondern einer Gesellschaft, die »anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten «, wie es in der Vorrede zur Dialektik der Aufklärung heißt, in eine neue Art von Barbarei versank. Die törichten Schlager, denen man inzwischen allerlei Qualitäten nachsagt, hätte wohl auch Adorno ziemlich gleichmütig ertragen, wenn er nicht erkannt hätte, daß eine solcherart produzierte Kultur noch die Leute entmündigt, die sie begeistert produzieren. Dieser Prozeß hat längst die Kunst schlechthin erfaßt. Vergeblich daher selbst der theoretische Versuch, den Machtbereich der Kulturindustrie historisch oder geographisch einzugrenzen. Wenn überhaupt, so enthält sie selbst »das Gegengiftihrer eigenen Lüge. Auf nichts anderes wäre zu ihrer Rettung zu verweisen« (Adorno).

Alte Klamotten rausgekramt und los: Samstag zum Bautag

Bauprofis und die, die es werden wollen, aufgepasst: Samstag ab 10 Uhr brauchen wir eure Hilfe damit es im veto voran geht. Wir laden zum Bautag und bieten euch Mauern, die eingerissen, Fugen, die gefüllt und Mauern, die verputzt werden wollen. Für die Zweifler‘*innen unter euch: Daneben und drumherum gibt es auch so genug zu tun. Langeweile könnt ihr also getrost zu Hause lassen!

Können müsst ihr nichts. Wir freuen uns auf euch!

Samstag 19 Uhr: Dirk Bernemann liest „Ich hab die Unschuld kotzen sehen 4: Das leise Verschleißen der Gegenwart“

Dirk Bernemann ist mit seinem neuen Roman „Ich hab die Unschuld kotzen sehen 4: Das leise Verschleißen der Gegenwart“ auf Lesetour und am Samstag, den 9. September, in Erfurt um 19 Uhr im veto zu Gast.

Herr Bernemann war schon als Kind fasziniert von Musik und schönen, aber auch nicht so attraktiven Worten. Herr Bernemann schreibt Bücher voller Geschichten und Gedichte. Nicht alle Gedanken, die er hat, findet er selber gut, einige hasst er sogar. Die deutsche Sprache ist für den Herr Bernemann ein Fahrzeug mit dem er in alle Regionen menschlichen Empfindens einfahren kann. Seine Texte sind wie alte Bekannte mit neuen Gesichtern, wie alte Drogen mit neuen Wirkstoffen, wie bekannte Plätze mit neuen Häusern.

„Ich hab die Unschuld kotzen sehen 4: Das leise Verschleißen der Gegenwart“

Der Krieg von früher mit den Waffen von heute gegen die Feinde von immer. Der Versuch, in all dem Schrecken Hoffnung zu finden, gleicht zuweilen dem Bestreben, im Auge des Taifuns ein Schaf zu streicheln, um es zu beruhigen. Es gibt keine Ruhe, es gibt keine Sicherheit, nach diesem Buch erst recht nicht. Teil 4 der Bestsellerreihe, wieder anders, wieder neu und doch gleich.

Donnerstag: Aluhut 101 – Einführung in bekannte Verschwörungsideologien

Ab 18.30 Uhr Vortrag und Diskussion mit Johannes Smettan. Danach wie immer Donnerstagsbar!

Der erste schwarze Präsident der USA, Barack Obama, musste sich in seiner Amtszeit mit vielen rassistischen Klischees und Vorurteilen auseinandersetzen. Eine der eher ungewöhnlicheren Angriffe kam dabei von den sogenannten „Birthern“. Diese glaubten, Obama sei gar nicht in den USA geboren und er hätte daher nicht das Recht US-Präsident zu sein. Einer der bekanntesten Anhänger dieser Verschwörungstheorie ist der heutige US-Präsident Donald Trump.

Mit Donald Trump ist der vielleicht „wichtigste Job der Welt“ mit einem überführten Verbreiter von Verschwörungsideologien besetzt. Immer wieder trägt er paranoide Lügen vor, die oft nur mühsam als Thesen verkleidet werden. Damit schreitet Trump einem postfaktischem Zeitalter voran, in dem „alternative facts“ gleichberechtigt neben echten Fakten stehen dürfen. Was auf den ersten Blick vielleicht wie spinnerte Einzelfälle aussieht, folgt jedoch bekannten Mustern, die auch in Europa und Deutschland zu beobachten sind.

Mit den sog. Reichsbürgern sind auch in der Bundesrepublik Verschwörungsanhänger in der medialen Öffentlichkeit erschienen. Ihre Ablehnung des Staates entspringt jedoch keiner libertären Idee sondern ist Ausdruck von Zukunftsangst und Überforderung und dem Bedürfnis nach einer Rückkehr zur „guten, alten Zeit“.

Der Vortrag „Aluhut101″ führt ein in die Geschichte der Verschwörungsideologien und versucht Muster in verschiedenen Verschwörungsformen aufzudecken und Grenzen bspw. zur Esoterik zu erkunden. Hoffentlich kurzweilig werden berühmte und absurde Theorien vorgestellt und kurz erläutert.

Gemeinsam gegen den Rechtsruck – Erfurter Aktionswochen vom 24.8. bis 29.09.


Kurz vor der Bundestagswahl ist der „Rechtsruck“ in aller Munde. Doch was steht eigentlich dahinter? Die Auswirkungen der Diskursverschiebung sind an vielen Orten zu spüren. Sei das im Bundestagswahlkampf, dem kleinen Dorf Themar oder auf der tödlichsten Grenze der Welt, dem Mittelmeer. In Erfurt finden kurz vor der Bundestagswahl viele Veranstaltungen und Aktionen zum Rechtsruck und seinen Auswirkungen statt, auf die wir hier Hinweisen möchten:

24.08. / Offene Arbeit / Themenabend Rechtspopulismus / 20 Uhr / Offene Arbeit, Allerheiligenstraße 9

07.09. / veto / Vortrag: Aluhut 101 – Einführung in bekannte Verschwörungsideologien / 18.30 Uhr / Ort: veto, Magdeburger Allee 180
Der Vortrag führt ein in die Geschichte der Verschwörungsideologien und versucht Muster in verschiedenen Verschwörungsformen aufzudecken und Grenzen bspw. zur Esoterik zu erkunden. Hoffentlich kurzweilig werden berühmte und absurde Theorien vorgestellt und kurz erläutert.

13.09. / MOBIT e.V. / Vortrag: „…und der deutsche Sturm bricht los“ – Analysen der Entwicklung rechter „Eventkultur“ in Thüringen / 19:00 Uhr / Ort: filler. Offenes Jugendbüro der Gewerkschaftsjugend, Schillerstraße 44
Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) beobachtet die Entwicklung der neonazistischen „Eventkultur“ in Thüringen bereits seit mehr als zehn Jahren und veröffentlicht dazu eine jährliche Chronik. Innerhalb unserer Veranstaltung möchten wir den Werdegang des Bundeslandes zum führenden Festival- und Erlebnisland der Neonazis nachzeichnen, Schwerpunkte ausmachen und Zusammenhänge darstellen.

16.09. / Flüchtlingsrat Thüringen e.V. / Anreise zur Großdemonstration „Welcome United“ in Berlin
Unter dem Motto „Welcome United“ demonstrieren eine Woche vor der Bundestagswahl Geflüchtete gemeinsam mit anderen antirassistischen Aktivist*innen aus dem gesamten Bundesgebiet in Berlin. Der Flüchtlingsrat bietet allen Interessierten die Möglichkeit einer kostenlosen Hin- und Rückfahrt von Erfurt aus. Weitere Infos und Anmeldung hier.

20.09. / Plätze-Bündnis / Demonstration: „Aufstehen gegen den Rechtsruck“ / 17.30 Uhr / Anger

21.09. Flüchtlingsrat Thüringen e.V. – MOBIT e.V. – Ezra / Kneipenquiz: Der rechte und rassistische Status Quo in Thüringen / NERLY, Marktstraße 6 / 20.00 Uhr
Kommt vorbei und diskutiert beim Kneipenquiz im NERLY mit Mitarbeiter*innen von MOBIT, ezra und dem Flüchtlingsrat über aktuelle rechtsextreme und rassistische Entwicklungen im Freistaat. Eintritt frei, es gibt neben exklusiven Einsichten auch Preise zu gewinnen… und danach ist noch Zeit für ein gemeinsames Bier!

25.09. / Landeszentrale für politische Bildung – Flüchtlingsrat Thüringen e.V. / Filmvorführung: Deportation Class und anschließende Diskussion / Kinoklub, Am Hirschlachufer 1 /18.45 Uhr
Der Dokumentarfilm zeichnet nicht nur ein präzises, nüchternes Bild von nächtlichen Abschiebungen. Der Film gibt auch denjenigen ein Gesicht, eine Stimme und damit ihre Würde zurück, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen: Menschen wie Gezim, der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt.

29.09. / Flüchtlingsrat Thüringen e.V. / Filmvorführung und Vortrag mit Jugend Rettet e.V. / 18 Uhr / Offene Arbeit, Allerheiligenstraße 9
In der ersten Jahreshälfte 2017 kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf dem Mittelmeer bereits über 2.200 Menschen zu Tode. Obwohl die Zahl der Todesopfer im Mittelmeer seit Jahren dramatisch steigt, gibt es seitens der EU immer noch kein umfassendes staatliches Seenotrettungsprogramm. Caro Lobig und Tim Lendzion von catameranfilms berichten von ihrer Fahrt mit dem Rettungsschiff IUVENTA der Organisation „Jugend Rettet e.V.“ bei einem Einsatz vor der libyschen Küste Ende 2016.